Amazon übernimmt Anteile am Restaurant-Lieferdienst Grubhub. Das bringt nicht nur Vorteile für dessen Mutterkonzern Just Eat Takeaway, sondern auch für Prime-Kunden.

Grubhub
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Amazon übernimmt Anteile am Essenslieferdienst Grubhub und geht damit einen weiteren Schritt beim Thema Essenslieferungen aus Restaurants. Wie die Grubhub-Mutter Just Eat Takeaway am Mittwoch mitteilte, übernimmt Amazon zunächst zwei Prozent an Grubhub. Wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden, könne der Anteil künftig auf bis zu 15 Prozent ansteigen. Die Nachricht sorgte dafür, dass die Aktie von Just Eat Takeaway um fast 20 Prozent zulegte, wie Onvista berichtet. Seit Jahresbeginn hatte sie aber auch etwa 70 Prozent verloren.

Amazon wird mit der Grubhub-Übernahme sein Prime-Angebot (in den USA) erweitern. Denn Prime-Mitglieder können für ein Jahr kostenlos eine Grubhub+-Mitgliedschaft abschließen. Dabei zahlen sie keine Liefergebühren für Restaurantbestellungen. Normalerweise kostet das Abo knapp zehn Dollar im Monat.

Der nächste Versuch

Das Geschäftsfeld ist für Amazon nicht. Der Konzern hält bereits eine Beteiligung an Deliveroo in Großbritannien – was erst nach langem Hin und Her mit den Wettbewerbsbehörden gelang. Amazon versuchte auch schon selbst, in das Geschäft einzusteigen. 2015 launchte der Konzern den Dienst Amazon Restaurants, der aber nie wirklich ins Rollen kam und 2019 wieder eingestellt wurde. Auch Amazon Fresh – der eigene Versuch, ähnlich wie Gorillas, Einkäufe an die Kunden zu liefern – ist bislang nicht unbedingt ein Selbstläufer.

„Amazon hat jahrelang versucht, einen eigenen Marktplatz für Lebensmittel von Drittanbietern aufzubauen und war dabei nicht sehr erfolgreich“, zitiert CNN den Analysten William Blair. Die Herangehensweise über einen Partner sei der nächste Versuch, auf dem Feld Fuß zu fassen. Amazon könnte bei Erfolg sogar daran interessiert sein, Grubhub mittelfristig komplett zu übernehmen, mutmaßt Blair. Just Eat Takeaway ist einem Komplettverkauf nach eigenen Angaben nicht abgeneigt.

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/ Geschrieben von Christoph Pech




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