In einem US-Logistikzentrum hat Amazon die Klimatechnik aufgerüstet. Zuvor hatte es nach einem Todesfall vor Ort Bedenken bezüglich Temperaturen und Luftzirkulation gegeben.

Amazon: Arbeiter in einem Logistikzentrum
Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com

Im US-amerikanischen Bundesstaat New Jersey hat Amazon in einem Logistikzentrum die Klimaanlage erneuert und nach Angaben von Mitarbeitern auch zusätzliche Ventilatoren installiert. Dass diese Maßnahme für Aufhorchen sorgt, dürfte nur im Kontext vergangener Geschehnisse verständlich werden: Denn in besagtem Logistikzentrum war im Trubel des diesjährigen Prime Days ein Mitarbeiter zusammengebrochen und gestorben.

Bedenken rund um die Arbeitsverhältnisse vor Ort

Während Amazon mit Blick auf eine interne Untersuchung darauf verwies, dass der 42-jährige Rafael Reynaldo Mota Frias aufgrund einer „persönlichen Erkrankung“ gestorben sei, habe es vonseiten der Mitarbeiter sowie der Gewerkschaft auch Kritik und Bedenken gegeben, dass die Arbeitsbedingungen und Temperaturen in dem Logistikzentrum womöglich eine Rolle dabei gespielt haben könnten, warum Frias zusammenbrach. 

Der Vorfall geschah zu Amazons Schnäppchen-Event, dem Amazon Prime Day 2022, der am Standort New Jersey in diesem Jahr mit einer Hitzewelle zusammenfiel, die Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius brachte. Mitarbeitende hätten demnach gesagt, dass Frias zu diesem Zeitpunkt in einem Bereich tätig gewesen sei, der „als besonders heiß und mit geringer Luftzirkulation“ beschrieben worden war, berichtet das Nachrichtenportal NBCNews.

Amazon widerspricht Bedenken und verweist auf Kontrollen sowie Maßnahmen

Amazon selbst habe Bedenken widersprochen, nach denen die Klimaverhältnisse im Logistikzentrum einer der Todesfaktoren gewesen sein könnte. Nach Aussagen des Konzerns kontrolliere er seine Einrichtungen in regelmäßigen Abständen.

„Unsere Klimakontrollsysteme messen ständig die Temperatur in unseren Gebäuden, und unsere Sicherheitsteams sind befugt, Maßnahmen zu ergreifen, um alle temperaturbedingten Probleme anzugehen“, wird Firmensprecher Sam Stephenson zitiert. Bei hohen Temperaturen treffe das Unternehmen entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und ermutige beispielsweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Trinkpausen einzulegen.

Tatsächlich hätten nach dem Tod von Rafael Frias Manager des Logistikzentrums damit begonnen, mehr Wasser, aber auch Snacks zu verteilen, berichten Mitarbeitende vor Ort. Auch zu entsprechenden Pausen seien sie aufgefordert worden. Zudem habe es nach dem tödlichen Vorfall auch Diagramme in den Toilettenräumen gegeben, mit deren Hilfe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anhand ihrer Urinfarbe feststellen können, ob bei ihnen die Gefahr einer Dehydrierung bestehe und sie entsprechend mehr trinken müssen.

Hitze als zunehmendes Problem in der Logistik

Gerade auch mit Verweis auf große Hitzewellen im Sommer stehen viele große Logistiker im Fokus von Debatten rund um Arbeitsbedingungen. Auch die Agentur für Sicherheit am Arbeitsplatz des US-amerikanischen Arbeitsministeriums bezeichnete Hitze als ein „wachsendes Problem“, von dem Arbeiter im gesamten Land bedroht seien, heißt es weiter. Mehrere Bundesstaaten haben indes reagiert und Vorschriften rund um Hitze am Arbeitsplatz erlassen, andere erwägen nachzuziehen.

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/ Geschrieben von Tina Plewinski




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