Es ist wieder viel los bei Amazon: Das Unternehmen treibt Online-Händler in Sachen Lieferung / Logistik in den Wahnsinn. Außerdem: Amazon setzt auf drastische Werbung, hilft Flüchtlingen und setzt sich hohe Ziele.

 

Voller Briefkasten: Viele Neuigkeiten
© cybrflower - Fotolia.com

Hitlergruß für neues Serienspektakel

Über die neue Serie aus dem Hause Amazon hatten wir bereits berichtet: In „The Man in the High Castle“ geht es um eine imaginäre Welt, in der Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewinnen konnten und die USA untereinander aufgeteilt haben. Der Osten der Vereinigten Staaten wird demnach von Nazis beherrscht.

Nun hat Amazon die Werbemaschinerie angeworfen, um die neue Serie zu bewerben und dafür einen durchaus drastischen Weg gefunden. Laut Informationen von Haz.de finden sich in den USA derzeit Tausende Plakate, auf denen die New Yorker Freiheitsstatue nicht nur eine rote Nazischärpe trägt, sondern darüber hinaus auch den in Deutschland verbotenen Hitlergruß zeigt. Das Nazi-Thema ist an und für sich schon brisant, doch bei einer solchen Werbung dürfte sich Amazon die öffentliche Aufmerksamkeit großflächig sichern.

fragwürdige Werbung von Amazon

© Amazon

Liefer-Irrsinn: Wenn Pakete von Deutschland über Polen nach Deutschland wandern

Dass Amazon seinen Händlern und Vertragspartner häufig Lasten und strenge Vertragsbedingungen auferlegt, ist so weit nichts Neues. Doch aktuell werden wieder Stimmen laut, die die absurden Konzepte und Prozesse des Unternehmens an den Pranger stellen. Wie der Spiegel schreibt, werden Händler des Marktplatzes derzeit dazu angehalten „bis zu 70 Prozent ihrer Geschäfte über Polen und Tschechien abzuwickeln“. Anders formuliert: Amazon möchte, dass die Marketplace-Händler ihre Geschäfte über das Ausland abwickeln, auch wenn die Ware an deutsche Kunden geht.

Händler müssen ihre Produkte also von Deutschland nach Tschechien oder Polen verschicken, damit sie von den dortigen Amazon-Logistikzentren zu den Kunden in Deutschland versandt werden. Das bedeutet für die betroffenen Händler natürlich einerseits gravierend höhere Lieferkosten. Andererseits sehen sie sich gezwungen, sich mit polnischem oder tschechischem Wirtschafts- und Steuerrecht auseinanderzusetzen, da beispielsweise andere Steuerbedingungen herrschen. Sinnvoll ist anders!

Trotz Streiks: Amazon erwartet Rekordumsätze

Noch nie hat sich Amazon von den Streiks in den eigenen Logistiklagern beeindruckt gezeigt. Und auch in diesem Jahr scheint das Unternehmen den Arbeitskampf einfach wegzulächeln: Laut DerStandard.at ist für das kommende Weihnachtsgeschäft ein Rekordumsatz in Planung. „Die Arbeitsniederlegungen haben keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Lieferversprechens“, kommentiert Deutschland-Chef Ralf Kleber.

Auch die wachsende Zahl der Marketplace-Händler trage zu den hohen Zielen bei. „In diesem Jahr ist die Anzahl der deutschen Händler, die über unsere Plattform mehr als eine Million Euro umsetzen, um ein Viertel gestiegen“, sagt Kleber weiter. Im vergangenen Jahr konnte Amazon hierzulande rund 11,1 Milliarden Euro umsetzen.

Amazon Koblenz spendet für Flüchtlinge

Schon vor einigen Wochen hatte Amazon angekündigt, Flüchtlingen unter die Arme greifen und sie auch als saisonale Arbeitskräfte einsetzen zu wollen. Dieses Thema scheint das Unternehmen mittlerweile nicht aus den Augen verloren zu haben, denn im Logistikzentrum Koblenz unterstützt man den dortigen Caritasverband. Dieser „begleitet und berät Flüchtlinge und Asylbewerber bei ihrer Ankunft und Integration in Deutschland“.

Amazon hat im Rahmen von „Amazon gemeinsam“ nicht nur finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, sondern auch 30 Kartons mit Winterbekleidung gesammelt und gespendet.

/ Geschrieben von Tina Plewinski





Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Captcha aktualisieren