Gerichtlicher Erfolg für Amazon in Deutschland: Das Unternehmen hat ein Streikverbot auf seinem Betriebsgelände vor dem Arbeitsgericht Berlin durchgesetzt. Zudem hat Amazon beantragt, dass die Streikenden 200 Meter Abstand zum Gelände halten müssen.

Richterhammer
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Amazon hat einen Erfolg gegen die Gewerkschaft Verdi errungen: Das Arbeitsgericht Berlin hat in einem umstrittenen Urteil vom 7. April entschieden, dass die Beschäftigten von Amazon nicht auf dem Betriebsgelände in Pforzheim streiken dürfen. Wie Golem.de berichtet, habe Amazon weiter beantragt, dass die Streikenden 200 Meter Abstand vom Gelände halten müssen. „Dann stehen wir auf der Bundesstraße“, kommentierte Dirk Rindler von Verdi Pforzheim.

Das Arbeitsgericht Berlin entschied (Aktenzeichen: 41 Ca 15029/15) laut Rindler, dass es Amazon nicht zugemutet werden könne, dass auf dem Betriebsgelände gestreikt wird. Das Urteil habe nach Angaben von Golem.de bundesweite Auswirkungen. Eine Pressemitteilung und schriftliche Urteilsbegründung gibt es noch nicht. Die Verdi kann gegen das Urteil zudem Berufung einlegen.

Tarifstreit dauert inzwischen drei Jahre

Der Streik der Verdi gegen Amazon dauert inzwischen drei Jahre an. Die Gewerkschaft fordert eine etwas höhere Bezahlung nach dem Tarifvertrag des Einzelhandels, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld. Zudem soll die Arbeitszeit auf 37,5 Stunden festgeschrieben und sechs Wochen Urlaub gewährt werden.

Amazon argumentiert gegen die Forderungen der Gewerkschaft, dass die Mitarbeiter in den Versandzentren keine Einzelhändler, sondern Logistikmitarbeiter seien. Der Konzern zahlt nach eigenen Angaben mindestens 10 Euro brutto pro Stunde. Durchschnittlich verdienen die Mitarbeiter in Deutschland 10,40 Euro brutto pro Stunde bei einer 38,75-Stunden-Woche. Dazu gibt das Unternehmen Boni, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, einen Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.

Auch am gestrigen Donnerstag kam es an sechs Standorten wieder zu Streiks: Die Mitarbeiter legten in Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne, Graben und Koblenz die Arbeit nieder, um gegen die vermeintlich schlechten Arbeitsbedingungen bei Amazon zu protestieren.

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers





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