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Bei Amazon war im Juni wieder viel los. Neben zwei neuen Services hat Amazon beispielsweise auch sein Amazon Fresh Liefergebiet in Deutschland erweitert. Allerdings war nicht alles Friede Freude Eierkuchen. Amazons Spenden-Programm „Amazon Smile“ muss sich Kritik der Organisation Foodwatch gefallen lassen und Alexa ist gar nicht so schlau, wie man annehmen möchte. Alles dazu in unserem Monatsrückblick.


Eye of the Beholder

(Bildquelle Eye of the Beholder:hjl via Flickr, keine Änderungen, bestimmte Rechte vorbehalten)

Amazon startet „Prime Wardrobe“, „Prime Reading“ und weitet Fresh aus

Amazon hat im Juni wieder einige neue Services auf den Markt gebracht. Unter anderem auch „Amazon Prime Wardrobe“. Der Fashion-Dienst ermöglicht Kunden in den USA, Ware zu bestellen, anzuprobieren und kostenfrei wieder zurück zu schicken. Bezahlt wird am Ende nur das, was der Kunde auch behält. Der Dienst ist, wie der Name bereits sagt, nur für Prime-Kunden verfügbar und besticht zudem durch ein Rabattsystem. Bei drei oder vier gekauften Produkten erhält der Kunde 10 Prozent und bei fünf oder mehr Artikeln sogar 20 Prozent Rabatt.

Der Launch des Services wurde von Amazon groß promotet. Allerdings entpuppt sich Prime Wardrobe bei genauerer Betrachtung als nichts anderes als der in Deutschland so beliebte Kauf auf Rechnung. Dennoch war das Medien-Echo in Deutschland sehr positiv. Genereller Ton: Eine ganze Branche muss zittern. In einem Kommentar zeigen wir aber deutlich, dass dem nicht so ist und dass sich in Deutschland niemand vor dem neuen Amazon Prime Wardrobe-Service fürchten muss.

Und auch der Service „Prime Reading“ wurde Mitte Juni ausgerollt. Ab jetzt können endlich auch Premium-Kunden aus Deutschland und Österreich von einer wechselnden „Auswahl an Hunderten von Kindle eBooks, Magazinen, Kurzgeschichten, Comics, Kinderbüchern und mehr“ profitieren. Und das „kostenlos und unbegrenzt“. Der Service ist in den USA bereits seit Oktober 2016 verfügbar.

Zudem – und das dürfte den ein oder anderen ziemlich freuen – hat Amazon nach kurzer Zeit schon das Liefergebiet für Amazon Fresh ausgeweitet. So steht Amazon Fresh ab sofort sämtlichen Prime-Kunden aus Berlin und Potsdam zur Verfügung.

Amazon hat Ärger mit Foodwatch und kauft sich eine Supermarktkette

Amazon sorgte aber auch im Juni wieder für negative Schlagzeilen. Brand aktuell sind dabei die Vorwürfe, die die Organisation Foodwatch nun erhebt. Foodwatch spricht in Zusammenhang mit Amazons Spenden-Programm „Amazon Smile“ von Irreführung. So erklärt Foodwatch, dass man nicht an dem Programm beteiligt sei und auch kein Geld von Amazon erhalte. Allerdings, so heißt es weiter, erwecke Amazon den Eindruck, dass man die Arbeit der Organisation mit einer Spende unterstützen würde. Zwar hat Amazon Foodwatch mittlerweile von der Liste genommen, doch die Organisation ist nach wie vor unzufrieden mit dem Vorgehen von Amazon. Alle Hintergründe dazu können Sie hier nachlesen.

Und wo wir gerade bei Lebensmitteln sind. Amazon hat sich Mitte des Monats die amerikanische Bio-Supermarktkette Whole Foods für 13,78 Milliarden US-Dollar gekauft. Auf einen Schlag gehören Amazon damit 461 Lebensmittelmärkte. Für die Lebensmittelbranche in den USA löste der Kauf ein mittleres Erdbeben aus. Die Aktien der großen (Offline-)Konkurrenten wie Walmart stürzte um stolze sieben Prozent ab. Auch bei anderen Supermarktketten wie Sprouts (-11 Prozent), Target (-9 Prozent) sowie Costo (-6 Prozent) sah es ähnlich düster aus. Mit dem Kauf durch Whole Foods wurde Amazon quasi über Nacht zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten im Lebensmitteleinzelhandel. Es ist gut möglich, dass Amazon seinen Dienst „Amazon Fresh“ nun auch in den Staaten flächendeckend anbieten wird.

Ein Fulfillment-Center in Bienenstock-Form und eine nicht so schlaue Alexa

Amazon hat zudem mal wieder in puncto Logistik einen drauf gelegt. Ein neues Patent soll die Paket-Auslieferung per Drohne weiter perfektionieren. Dabei sieht Amazon ein Lager in Form eines aufrecht stehenden Bienenstocks im Mittelpunkt. Das mehrstöckige Fulfillment Center für unbemannte Flugfahrzeuge könnte nach Amazons Plänen vor allem in dichtbesiedelten Gebieten wie Tokyo, London oder auch Manhattan zum Einsatz kommen.

Zu guter Letzt: Amazon musste im Juni eine ordentliche Schlappe hinnehmen. Beim Kampf der Sprachassistenten verlor die viel promotete Alexa gegen Google Home. Beide Geräte wurden von der New Yorker Marketing-Agentur 360i einem ausführlichen Test unterzogen. Dabei wurden beide Sprachassistenten mit jeweils 3000 generellen Fragen konfrontiert. Gewonnen hat dabei Google Home. Der Smart-Home-Lautsprecher beantwortete die Fragen sechs Mal spezifischer als sein Konkurrent Amazon Echo.

 

/ Geschrieben von Julia Ptock





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