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Bei Amazon können Indie-Autoren EBooks veröffentlichen und werden pro Klickzahl anteilig aus einem bestimmten Topf bezahlt. Genau dieses Verfahren steht nun aufgrund von Betrugsmaschen auf dem Prüfstand. Amazon hat bereits angekündigt, etwas gegen die Probleme zu unternehmen, ist allerdings von den Vorfällen letztlich weniger betroffen als die Indie-Autoren selbst.

Bücherstapel
© Kara - Fotolia.com

Kindle Unlimited, die EBook-Flatrate Amazons, kämpft mit Betrugsvorfällen. Dass dies ausgerechnet zu einer Zeit passiert, als Kindle Unlimited ohnehin mit sinken Einnahmen leben muss, mag Zufall sein, schafft aber die Probleme nicht aus der Welt. Dies berichtet heise.de.

Die Amazon-Kunden zahlen bei Kindle Unlimited, der Flatrate für EBooks, eine feste Monatsgebühr und schöpfen danach aus einem reichhaltigen Büchersortiment. Dabei werden die Autoren der EBooks von Amazon bezahlt. Dazu existiert ein gemeinsamer Topf, in den das Unternehmen monatlich eine bestimmte Summe einzahlt, und die Autoren anschließend anteilig nach der Anzahl gelesener Seiten bezahlt werden. Somit sollen viel gelesene Autoren mehr Geld erhalten, ganz gleich, ob sie über eine große Leserschar verfügen oder lange Werke geschrieben haben. Amazon wertet die Zahl gelesener Seiten über einen Algorithmus aus, der den Lesefortschritt jedoch nur anhand der aktuellen Seite, auf der sich der Leser befindet, ermitteln kann.

Wie funktioniert die Betrugsmasche?

Die Betrüger haben es sich zur Passion gemacht, Bücher zu veröffentlichen, die den Kunden zunächst mit einem interessanten Titel oder Bild locken, jedoch nur aus Tausenden zusammenkopierter Seiten bestehen. Auf Seite eins ist dann ein Link zu sehen. Klicken die Leser auf den Link, gelangen sie automatisch zur letzten Seite, sodass das Buch in voller Länge als gelesen gilt. Der Autor müsste in dem Fall ausbezahlt werden, als wäre ein mehr als 1000 Seiten umfassendes Werk von ihm gelesen worden.

Für die Leser mag dieser Vorfall kaum Auswirkungen haben, da sie bei Kindle Unlimited nur einmal statt für jedes einzeln gelesene Werk zahlen. Doch die Indie-Autoren sind vom Betrug umso mehr betroffen. Deswegen haben die Autoren inzwischen schon zahlreiche Betrugsvorwürfe gesammelt, um Amazon darauf aufmerksam zu machen.

Amazon-Maßnahmen könnten die Falschen treffen

Der Konzern hat bereits erste Maßnahmen ergriffen. So wurde festgelegt, dass nur noch die ersten 3.000 Seiten eines Werks vergütet werden sollen. Darüber hinaus wurden einige betrügerische Buchbeiträge bereits gelöscht. In diesem Zusammenhang hat jedoch Walter Jon Williams, ein Blogautor, festgestellt, dass Amazon hier auch die falschen Autoren treffen könnte. Denn es wurden bereits EBooks gelöscht, deren Inhaltsverzeichnis sich am Ende des Buches befindet, was nicht zwingend einen Betrugsfall bedeuten muss. Einige Autoren haben nämlich genau dieses Stilmittel bemüht, um auf ihr Werk aufmerksam zu machen.

 






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