Nachdem ein britischer Amazon-Paketbote offenbar eine Playstation 5 geklaut hat, wurde er entlassen – aber erst, nachdem die Bestohlenen direkt im Amazon-Lager die Mitarbeiter zur Rede stellten.

Amazon-Paket
Cineberg / Shutterstock.com

Das Release der Playstation 5 (PS5) im November hat bereits für diverse Schlagzeilen gesorgt. Die Spielkonsole war in Windeseile vergriffen. Betrüger versuchen, aus der Sehnsucht der Kunden Kapital zu schlagen. Da werden schon einmal Dutzende Konsolen von Bots aufgekauft oder anstelle einer Playstation findet sich Katzenfutter im Karton. In Großbritannien ereignete sich vor Kurzem ein weiterer perfider Fall.

Familie Walker aus dem englischen Örtchen Launton wollte ihrem Sohn zum Geburtstag eine PS5 schenken und konnte diese sogar bei Amazon bestellen. Die Konsole kam allerdings nie an, zumindest nicht so ganz. Ein Amazon-Bote verteilte Pakete bei den Walkers und auch bei deren Nachbarn. Dabei hätte bei dieser Lieferung auch die Playstation 5 dabei sein sollen. Der Paketbote holte den Karton sogar aus dem Lieferwagen – scannte ihn – und legte ihn wieder zurück. Das Paket wurde dennoch als „zugestellt“ vermeldet. Das Problem: Das Ganze wurde auf einem Überwachungsvideo festgehalten, wie Ingame berichtet.

Amazon reagiert erst spät

Familie Walker wendete sich an den Amazon-Support, um den Fall zu melden, stieß dabei aber zunächst auf wenig Verständnis. Der Support bot eine Rückerstattung samt kleinem Gutschein an, was Jenni Walker – die Mutter des bestohlenen Kindes – nicht wirklich zufrieden stellte. Daraufhin nahm ihre Tochter die Sache selbst in die Hand und fuhr persönlich zum nächsten Lieferzentrum von Amazon, um die dortigen Mitarbeiter mit dem Fall zu konfrontieren. Erst dann reagierte Amazon.

Der Paketbote wurde entlassen. Gegenüber der Oxford Mail sagte ein Sprecher von Amazon: „Wir haben sehr hohe Standards für unsere Lieferdienstleister und wie sie Kunden bedienen. Der Lieferpartner wird nicht mehr im Auftrag von Amazon ausliefern.“ Auch Jenni Walker äußerte sich gegenüber der Zeitung: „Ich bin sehr wütend. Mir ist völlig klar, dass dies ein Problem der ersten Welt ist und in Anbetracht der Tatsache, dass wir uns in einer globalen Pandemie befinden, nicht die wichtigste Prüfung, mit der wir konfrontiert werden. Aber dass es am Geburtstag meines Sohnes passiert, erscheint mir unglaublich grausam.“ Ob ihr Sohn sich noch über eine PS5 freuen konnte, ist nicht bekannt.

 

/ Geschrieben von Christoph Pech





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