In einem aktuellen Fall missbrauchten Hacker den Account eines Senf-Händlers auf Amazon, um die begehrte Playstation 5 zu vertreiben.

Playstation 5
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Die Betrugsmaschen um die Spielekonsole Playstation 5 sind mittlerweile so vielfältig wie deren Spielauswahl. Doch nicht nur Gamer müssen aufpassen, auch Händler geraten immer wieder ins Visier der Betrüger. Wie die Computerbild nun berichtete, ist das jüngste Opfer ein Amazon-Händler, welcher normalerweise Senf vertreibt. Durch gezielte Phishing-Mails erschlichen sich die Betrüger dabei die Kontodaten des Händlers und übernahmen seinen Shop, in welchem plötzlich neben Senf auch Konsolen vertrieben wurden. 

Authentizität dank guter Shop-Bewertungen

Gerade bei einem Produkt wie der Playstation 5 lassen sich viele Kunden leicht täuschen, da der Wunsch nach der Konsole einfach so stark ist. Genau diesen starken Wunsch nutzen Betrüger wieder und wieder aus. Im Falle des Betruges über den Amazon Marketplace werden darüber hinaus die guten Bewertungen der Händler ausgenutzt. 

Finden Kunden das Angebot und werfen einen Blick auf den Händler, wirkt dieser vertrauenswürdig. Dabei bemerken die wenigsten, dass die Konsole oft stark von den Produkten abweicht, mit welchem der Shop üblicherweise handelt. 

Nach dem Kauf werden die Playstation-Bestellungen durch den Händler zunächst storniert. Doch dann soll doch die Möglichkeit eines Kaufes bestehen. Dazu soll der Kunde den Händler jedoch außerhalb Amazons via E-Mail oder WhatsApp kontaktieren. Darüber erhält man dann eine Zahlungsaufforderung auf ein Bankkonto, welches oft im Ausland ist.

So enttarnen Sie die Betrugs-Masche mit der Playstation 5

Die gefälschten Angebote lassen sich mit genauerem Hinsehen oft leicht enttarnen. Einige starke Indizien sind dabei:

  • Ein sehr günstiger Preis (unbedingt vergleichen, was hier die üblichen Preise sind)
  • Sofortige Verfügbarkeit eines Produktes, welches sonst überall ausverkauft ist
  • Kontaktaufnahme außerhalb Amazons gewünscht
  • Banküberweisung – meist auf ausländische Konten

Kunden sollten keinem Kontakt außerhalb der Amazon-Plattform zustimmen, da dort der Amazon-Käuferschutz nicht greifen kann. Bei legitimen Käufen über Amazon wäre außerdem die normal hinterlegte Zahlungsmethode anwendbar. Auf ein externes Konto sollte man auf keinen Fall eine Überweisung tätigen. 

Darauf sollten Amazon-Händler achten

Ist der eigene Shop erst einmal in fremden Händen, gehen einem Marketplace-Händler nicht nur wertvolle Einnahmen verloren. Auch der gute Ruf dürfte durch solche Vorfälle nachhaltig belastet werden. Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnte schon im Februar 2020 vor der Masche, welche nun wieder angewandt wurde.

Dabei versenden die Betrüger Phishing-E-Mails an die Händler, welche den Anschein machen von Amazon zu kommen. Beispielsweise solle der Händler auf eine Bewertung oder eine Retourenanfrage reagieren. Beim Klick auf den in der E-Mail enthaltenen Link und dem Login darüber erhalten die Betrüger dann Zugriff zum Shop und nutzen diesen für ihre Zwecke. 

Für Händler ist es also ratsam, die eigenen Kontoaktivitäten stets im Blick zu behalten, um Auffälligkeiten schnellstmöglich nachgehen zu können. Außerdem ist es ratsam, nicht jede vermeintliche E-Mail von Amazon unhinterfragt zu lassen. Kommt diese von einer ungewöhnlichen E-Mail-Adresse oder weist optische Veränderungen auf, sollte man nicht auf den enthaltenen Link klicken, sondern sich stattdessen selbstständig im Verkäuferkonto einloggen. Zum Login ist außerdem eine Zwei-Faktor-Identifikation ratsam. 

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/ Geschrieben von Ricarda Eichler




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