Amazon muss Gerald Bryson wieder einstellen, nachdem der kritische Mitarbeiter 2020 gekündigt wurde.

Amazon-Arbeiter
Symbolbild | © Amazon

Vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie gab es viel Kritik an den Maßnahmen bei Amazon. Auch im Logistiklager JFK8 in Staten Island, New York, monierten Arbeiter vermeintlich schlechte Sicherheit und unzureichende Arbeitsbedingungen. Auch Gerald Bryson war damals mit dabei und kritisierte seinen Arbeitgeber. Nach einem Streit mit einem Kollegen wurde er 2020 entlassen. Zu Unrecht, wie jetzt ein US-Gericht entschied: Amazon muss den Ex-Mitarbeiter wieder einstellen, berichtet cnbc.com.

„Diskriminierende“ Amazon-Entlassung 

Laut dem Gericht war die „diskriminierenden Entlassung“ des Kritikers nicht rechtens. Laut Amazon wurde Bryson entlassen, weil er bei einem Protest gegen Amazons unzureichende Corona-Sicherheitsbestimmungen mit einem Kollegen gestritten und dabei gegen Amazons Richtlinien zu vulgärer Sprache verstoßen hatte. Der andere Mitarbeiter wurde nur verwarnt. Der zuständige Richter Benjamin Green wertete Amazons Untersuchung des Falls jedoch als „verzerrt“. So habe das Unternehmen nur ausgewählte Mitarbeiter befragt, von denen einige falsche Informationen gegeben hätten.  

Amazon muss Mitarbeiter Lohn nachzahlen

Bryson reichte nach seiner Entlassung bei der US-Arbeitsbehörde National Labor Relations Board (NLRB) Beschwerde ein. Amazon soll Bryson jetzt nicht nur wieder einstellen, sondern auch den entgangenen Lohn nachzahlen, so das Gericht. „Ich fühle eine große Erleichterung“, sagte Bryson. „Ich bin ein Symbol dafür, dass man Amazon schlagen kann, wenn man sich gegen sie stellt und seine Rechte kennt.“

Amazon will Berufung einlegen

Amazon wird gegen das Urteil vorgehen. „Wir sind mit dieser Entscheidung entschieden nicht einverstanden und überrascht, dass die NLRB möchte, dass jeder Arbeitgeber Mr. Brysons Verhalten duldet“, sagte Amazon-Sprecherin Kelly Nantel. „Mister Bryson wurde entlassen, weil er eine Kollegin über ein Megaphon vor dem Arbeitsplatz gemobbt, beschimpft und diffamiert hatte. Wir tolerieren ein solches Verhalten an unserem Arbeitsplatz nicht und beabsichtigen, beim NLRB Berufung einzulegen.“

Besonders pikant dabei: Nach seiner Entlassung engagierte sich Bryson für die Gründung der Amazon-Gewerkschaft Amazon Labour Union (ALU) an seinem alten Standort in Staten Island. Vor kurzem sprachen sich dort zum ersten Mal Mitarbeiter für den Beitritt zur Gewerkschaft aus. 

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/ Geschrieben von Markus Gärtner




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