Der Sandalenhersteller Birkenstock wird seine Produkte im neuen Jahr nicht mehr über die Plattform von Amazon.com verkaufen. Das hat Geschäftsführer David Kahan in einem Brief mitgeteilt. Die Probleme mit Produktfälschungen von chinesischen Händlern seien nicht in den Griff zu bekommen, gibt Kahan als Grund an.

Birkenstock-Sandalen

© Birkenstock - Screenshot

Der große deutsche Sandalenhersteller Birkenstock wird ab dem 1. Januar 2017 keine Produkte mehr über den US-amerikanischen Marktplatz von Amazon verkaufen. Zusätzlich erlaubt das Unternehmen dann auch anderen Händlern nicht mehr, Birkenstock-Produkte über Amazon zu verkaufen. Das hat Birkenstock in einem Brief bekannt gegeben, der an Tausende Händler ging und vollständig bei CNBC erschienen ist.

Grund für den Rückzug sollen Probleme mit Produktfälschungen sein. Chinesische Händler sollen bereits seit Jahren vermehrt beim Marktplatz von Amazon aktiv sein und immer professionellere Methoden anwenden, um Plagiate erfolgreich zu verkaufen. Zum Teil sollen dadurch sogar die Originale und Fälschungen in Amazons Logistiksystem durcheinandergewürfelt worden sein.

„Arizona“-Reihe von Birkenstock betroffen

In dem konkreten Fall von Birkenstock geht es unter anderem um Sandalen der Reihe „Arizona“, die rund 20 US-Dollar unter dem normalen Händlerpreisen von chinesischen Händlern verkauft wurden. Kahan soll im Laufe der Jahre Amazon auch verschiedene Vorschläge unterbreitet haben, wie ein fairer Handel über den Marktplatz ablaufen könnte. Ihm nach bestehe jedoch die einzige Möglichkeit, einen „sauberen“ Handel zu schaffen, darin, seinen gesamten Produktkatalog an Amazon zu verkaufen.

Genau darin liege ihm nach das Ziel von Amazon: Der einzige Shopping-Anlaufpunkt überhaupt zu sein. Deswegen sollen bereits einige Marken kapituliert und Amazon ganze Kollektionen gegeben habe, um so langwierige Streitigkeiten zu vermeiden. Dies sei für Birkenstock jedoch keine Option, denn das Unternehmen will die Kontrolle über die Marke behalten, weswegen der Verkaufsstopp Kahan zufolge die Schlussfolgerung sein muss.

Amazon-Marktplatz: Unzumutbare Geschäftspraktiken?

„Der Marktplatz von Amazon, der als ‚freier Marktplatz‘ fungiert, erschafft ein Umfeld, in dem wir unzumutbare Geschäftspraktiken erleben, die unserer Meinung nach unsere Marke gefährden“, so der US-amerikanische Birkenstock-Geschäftsführer David Kahan in dem entsprechenden Brief an die Händler.

Der Birkenstock-CEO ist sich aber auch über die Konsequenzen des Rückzugs bewusst: „Durch diese Vorgehensweise überlassen wir in der Tat den Amazon-Marktplatz an Fälscher beziehungsweise Fälschungen und nicht-autorisierten Verkäufern, mit denen wir nichts zu tun haben.“

/ Geschrieben von Christian Laude




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