Plant der Online-Riese Amazon eine eigene James-Bond-Serie?

Daniel Craig, James-Bond-Darsteller
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Die Übernahme des traditionsreichen Hollywood-Studios Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) durch Amazon hatte offenbar einige Spekulationen zu den künftigen Plänen des Konzerns ausgelöst: Nach Informationen von Fox Business habe es Gerüchte gegeben, dass Amazon die Übernahme nutzen wolle, um eine hauseigene TV-Serie rund um den berühmten britischen Agenten James Bond zu produzieren.

Fans des smarten Superagenten, der aktuell vom 53-jährigen Briten Daniel Craig verkörpert wird, dürften nun aber enttäuscht sein. Denn langjährige Produzenten der Reihe erteilten den Gerüchten nun eine deutliche Absage.

James Bond – ein Agent für die große Leinwand

„Wir machen Filme. Wir machen Filme für das Kino. Das ist, was wir tun“, zitiert Fox Business Produzentin Barbara Broccoli. Mit diesem Statement positionierte sie sich nicht nur konkret gegen eine potenzielle Serien-Adaption von James Bond, sondern machte zugleich deutlich, dass sie entsprechende Produktionen als Highlight für die große Leinwand und nicht etwa primär als Inhalt für Streaming-Dienste wie Amazon Prime Video einstufe.

Michael G. Wilson, der ebenfalls als Produzent für das Agenten-Frenchise James Bond verantwortlich ist, verwies darauf, dass man sich schon über einen Zeitraum von Jahrzehnten erfolgreich gegen potenzielle Serien-Pläne bzw. -Wünsche zur Wehr setzen konnte und ergänzte, man habe „60 Jahre lang diesem Ruf widerstanden“.

Ob damit das letzte Wort zu einer vermeintlichen James-Bond-Serie gesprochen ist, bleibt abzuwarten. Allerdings hätten die beiden Produzenten über ihre Firma Eon Productions auch nach der MGM-Übernahme durch Amazon noch einen Anteil von 50 Prozent am Franchise des britischen Superagenten haben. „Die Produktionsfirma hat die kreative Kontrolle, d. h. sie hat das letzte Wort über fast jeden Aspekt des Franchise, einschließlich Film- und TV-Veröffentlichungen“, heißt es weiter. Amazon selbst besitze die verbliebenen 50 Prozent des Bond-Franchise.

Amazon dürfte Streaming-Dienst mit MGM-Produktionen stützen

Die Übernahme des Hollywood-Studios MGM hat sich Amazon einiges kosten lassen: Fast neun Milliarden Dollar habe der US-Konzern auf den Tisch gelegt, um sich das Unternehmen einzuverleiben. Damit einher gehen auch Rechte an bekannten Filmen und Serien, mit denen Amazon sein hauseigenes Streaming-Portal Prime Video inhaltlich deutlich aufstocken könnte. Dass Amazon große Investitionen in den Streaming-Bereich steckt, zeigt daneben auch die Produktion der neuen „Herr der Ringe“-Serie, die die teuerste Serie aller Zeiten werden soll.

/ Geschrieben von Tina Plewinski