Mit seinen Bergen an Versand- und Verpackungsmaterialien steht Amazon immer wieder als Umweltsünder am Pranger. Nun hat der Konzern allerdings Maßnahmen versprochen.

Amazon: Verpackungsmaterial und Kartons in einer Mülltonne
Cari Rubin Photography / Shutterstock.com

Kartonagen, Füll- und Polstermaterial – Amazon steht für den enormen Verbrauch an Versand- und Verpackungsmaterial immer wieder in der Kritik. Um an dieser Stelle künftig nachhaltiger zu agieren, habe der Konzern nach Angaben von Spiegel Online Änderungen versprochen: Über die deutsche Zentrale habe er verlauten lassen, dass man künftig in großen Teilen auf Plastikverpackungen verzichten wolle.

Die Änderungen gelten in Deutschland sowohl für hauseigene Produkte und Sendungen als auch für jene Dritthändler, die den Versanddienst des Unternehmens in Anspruch nehmen: Im Rahmen des Logistikdienstes FBA lagert Amazon beispielsweise die Produkte externer Händler ein und kümmert sich nach einer Bestellung um Versand und Retouren.

Ausnahme bei zerbrechlichen Gütern

Grundsätzlich sollen Verpackungen im Hause Amazon nachhaltiger werden, indem der Anteil an wiederverwertbaren Materialien größtmöglich ausgeweitet wird. „Kleinere Lieferungen sollen in Versandtaschen und -tüten auf Papierbasis geliefert werden, nur noch größere Artikel in Kartons aus Wellpappe“, schreibt der Spiegel.

Eine vollständige Verbannung von Plastikverpackungen sei offenbar dennoch nicht möglich. So sollen etwa zerbrechliche Gegenstände wie Produkte aus Glas eine Ausnahme bilden, die auch weiterhin mit Luftpolsterfolie vor Schaden und Bruch geschützt werden sollen. Darüber hinaus werde Amazon auch Einweg-Plastiktüten akzeptieren, die Hersteller für ihre Produkte verwenden - zumindest dann, wenn diese "geeignet" seien. In solchen Fällen will Amazon die Plastiktüten auch für den Weiterversand verwenden.

Die neue Regelung rund um die nachhaltigere Verpackungskultur bei Amazon soll zeitnah, das heißt bereits bis zum Ende des Jahres umgesetzt werden.

Tonnen von Amazon-Müll in den Meeren

Dass Amazon seine Verpackungen umweltfreundlicher gestalten möchte, ist aus Sicht des Umweltschutzes ein wichtiger und richtiger Schritt - auch wenn er aus Sicht der Kritiker vielleicht etwas spät kommt. Denn bereits im vergangenen Jahr hatte sich beispielsweise die Umweltorganisation Oceana kritisch über die Ausmaße des Mülls geäußert, die durch Amazon im Meer landen: Laut einer Analyse soll der Konzern im Jahr 2019 für bis zu 10.000 Tonnen Plastikmüll in den Meeren verantwortlich gewesen sein. „Wale und Meeresschildkröten verwechseln Plastikfolien und Plastikbeutel mit Nahrung, was in vielen Fällen für diese Tiere tödlich endet“, kommentierte die Organisation dazu.

/ Geschrieben von Tina Plewinski




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