Weil sich drei Bewerber von Amazons Drogentests benachteiligt fühlten, hatten sie Amazon verklagt. Nun hat ein Gericht in New York entschieden.

Marihuana: Frau raucht einen Joint
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Eigentlich dürfen Arbeitgeber im US-Bundesstaat New York ihre Bewerber nicht auf Marihuana testen. Drei Jobanwärter, die sich um eine Stelle in Amazons Logistikzentrum in Staten Island, New York beworben haben, hatten im letzten Jahr eine Klage gegen den Konzern eingereicht – weil sie im Rahmen des Bewerbungsprozesses dennoch auf Drogenkonsum untersucht und dabei als positiv auf Marihuana-Konsum getestet wurden. Die Kläger fühlten sich mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben in ihren Rechten verletzt. 

Nun hat ein Bundesrichter im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn kürzlich den Fall entschieden und Amazon dabei recht gegeben. Die Sammelklage wurde laut Reuters von Bezirksrichter Brian Cogan abgewiesen. Er verwies im Rahmen des Urteils auf die teils anspruchsvollen und gefährlichen Tätigkeiten, die die Arbeiten in den Logistikzentren von Amazon mit sich bringen. 

Erhöhte Unfallgefahr durch Drogenkonsum

Beim Kommissionieren und Sortieren von Produkten in den Logistikzentren von Amazon arbeiten die Angestellten teils mit schweren Maschinen. Und genau dieser Punkt, das Führen solcher Maschinen, etwa die Arbeit an Förderbändern oder das Bedienen von Gabelstaplern, nahm Bezirksrichter Cogan als Basis seiner Entscheidung und begründete damit eine Ausnahme vom ansonsten geltenden Drogen-Testverbot für Unternehmen.

„Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass ein beeinträchtigter Mitarbeiter vor einem schweren, sich bewegenden Objekt herumläuft oder achtlos zulässt, dass ein Kleidungsstück in einem Förderband hängen bleibt“, kommentierte der Richter. 

Das Gesetz in New York erlaubt Ausnahmen in solchen Fällen, in denen beispielsweise die benannten schweren Maschinen zum Einsatz kommen. Auch wenn eine Beeinträchtigung „eine unmittelbare Gefahr des Todes oder schwerer körperlicher Schäden darstellen würde“, sind Ausnahmen vom Testverbot generell möglich.

New York: Legalisierung von Cannabis im letzten Jahr

In den letzten Jahren hatten sich immer mehr US-amerikanische Bundesstaaten für die Legalisierung von Cannabis ausgesprochen. New York schloss sich dieser Entwicklung erst im vergangenen Jahr an: Im März verabschiedete das Parlament vor Ort einen entsprechenden Gesetzesentwurf mit 100 zu 49 Stimmen.

Befürworter unterstrichen damals eine positive Wirkung, die diese Maßnahme auf die Schaffung von Arbeitsplätzen haben werde und verwiesen zugleich auch auf den strukturellen Rassismus, dem man mit der Entscheidung entgegentrete. Die vormalige Cannabis-Gesetzgebung hatte demnach insbesondere „Nicht-Weiße diskriminiert. Obwohl der Konsum etwa gleichmäßig verteilt ist, wurden Schwarze um ein Vielfaches häufiger für Marihuana-Delikte verhaftet“, erläuterte die FAZ.

Amazon verfolgt seit 2021 eine offenere Drogen-Politik

Amazon selbst hatte erst im Sommer vergangenen Jahres die hauseigenen Regeln rundum den Marihuana-Konsum geändert – und dabei quasi eine 180-Grad-Wendung vollzogen. Während der Konzern zuvor eine strikte Anti-Drogen-Politik verfolgte und Mitarbeiter entließ, wenn sie positiv auf Cannabis getestet wurden, versprach das Unternehmen Mitte 2021 eine liberalere Haltung für die Zukunft und änderte die eigene Drogen-Richtlinie.

„Angesichts der Tatsache, dass sich staatliche Gesetze in den USA bewegen, haben wir [...] unseren Kurs geändert“, kommentierte das Unternehmen damals in einer offiziellen Mitteilung. In diesem Zuge hatte Amazon angekündigt, künftig einige Mitarbeiter nicht mehr standardmäßig auf Drogen zu testen. Diese Änderung bezog sich allerdings nur auf jene Stellen, die nicht den Regularien des Verkehrsministeriums unterliegen.  

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/ Geschrieben von Tina Plewinski




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