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Jeff Bezos erklärt in seinem diesjährigen Brief an die Aktionäre, wie wichtig und gut Amazon in der Coronakrise ist – und wie das Unternehmen in verschiedenen Bereichen gegen das Virus kämpft.

Jeff Bezos
lev_radin / shutterstock.com

Jedes Jahr schreibt Jeff Bezos einen Brief an die Amazon-Aktionäre, oft eine Mischung aus Jubelarie auf das eigene Unternehmen und Mitarbeitermotivation. Im Jahr 2020 steht natürlich das Coronavirus im Fokus – und wie Amazon damit fertig wird. 

Der erste Satz stellt schon die herausragende Bedeutung Amazons in der Krise fest: „Eine Sache, die wir aus der Covid-19-Krise gelernt haben, ist, wie wichtig Amazon für unsere Kunden geworden ist.“ Der Online-Riese profitiert durch die Einschränkungen im stationären Handel wie kaum ein zweites Unternehmen: Steigender Aktienkurs, festigende Marktdominanz – und Bezos ist und bleibt der reichste Mensch der Welt. Das alles muss man im Hinterkopf behalten, wenn Bezos Amazons Engagement in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft präsentiert.

So schützt Amazon seine Mitarbeiter vor dem Coronavirus

Amazon stand zuletzt vor allem in der Kritik, weil Mitarbeiter dem Unternehmen fehlenden Virenschutz in den Verteilzentren vorwarfen: Es gab Proteste, Streiks – und Amazon setzte allzu scharfe Kritiker kurzerhand auf die Straße. Zu alldem natürlich kein Wort. Stattdessen betont der CEO, wie viel das Unternehmen für seine geschätzten Angestellten schon tut: Man habe bereits über 150 Arbeitsprozesse geändert, dazu gehören unter anderem Temperaturmessungen, gestaffelte Schichten und 6-stündige Sicherheitstrainings für neue Mitarbeiter. Außerdem will Amazon bald alle eigenen Mitarbeiter – auch solche ohne Symptome – auf das Coronavirus testen und baut dafür mit einem extra Team ein eigenes Labor.

Cloud-Dienst AWS auch im Einsatz bei der WHO

Doch nicht nur in den eigenen Reihen geht der Konzern gegen Covid-19 vor. Bezos verweist dabei besonders auf seine Cash Cow – den Cloud-Dienst Amazon Web Services (AWS). Dieser wird mittlerweile von Krankenhäusern, der Pharma-Industrie und der Weltgesundheitsorganisation WHO genutzt, um das Virus zu erforschen und nach einem Impfstoff zu suchen. Mit der ins Leben gerufenen AWS Diagnostic Development Initiative will Bezos außerdem die Diagnostik des Virus verbessern und hat allein in diesen Bereich 20 Millionen US-Dollar investiert. Amazon will auch weitere Forschungsprojekte in den Bereichen finanziell unterstützen.

Doch neben Corona lässt Bezos auch den Klimawandel und seine Initiative „The Climate Pledge“ nicht außer Acht. Alle Unternehmen, die neben Amazon daran teilnehmen, sollen bis 2040 die Kohlenstoffemission auf Null runterfahren. Hier will das Unternehmen demnächst weitere Mitstreiter bekannt geben. Dabei sei der Online-Handel per se schon umweltfreundlicher als gedacht: Eine einzige Lieferfahrt könne im Durchschnitt etwa 100 private Abholfahrten mit dem Auto ersetzen.

Amazon hat rund 840.000 Angestellte – und sucht noch mehr

Beeindruckend ist die Zahl der Angestellten: Weltweit beschäftigt Amazon direkt 840.000 Menschen, davon allein 590.000 in den USA. Durch die Coronakrise sollen noch Mal 175.000 dazukommen. Gebetsmühlenartig verweist Bezos auch wieder auf die – aus seiner Sicht – großzügige Lohnpolitik: Seit 2018 zahlt Amazon in den USA neu beginnenden Arbeitern einen Mindestlohn von 15 US-Dollar. Das sei mehr, als die rund 40 Millionen US-Amerikaner verdienen, die auf den jeweiligen Mindestlohn von 7,25 US-Dollar in ihrem Bundesstaat angewiesen seien.

Zum Ende entlässt Bezos die Leser mit einem Zitat des US-Kinderbuchautors Theodor Seuss Geisel („Der Grinch“): „Wenn etwas Schlimmes passiert, hat man drei Möglichkeiten. Entweder lässt man sich davon definieren, oder man lässt 
sich davon zerstören, oder man lässt sich dadurch stärken.“ Bezos kommentiert zuversichtlich: „Ich bin sehr optimistisch, für welches davon sich die Gesellschaft entscheiden wird.“

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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