Eigentlich hat die Branche auf die aktuellen Unternehmenszahlen von Amazon gewartet. Doch dann kam alles anders.

Amazon-Gründer Jeff Bezos
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Jeff Bezos hört auf! Der Gründer und Chef des Online-Riesen Amazon will sich 27 Jahre nach Gründung seines Imperiums von der Spitze zurückziehen. Dies gab Amazon im Rahmen der Veröffentlichung der aktuellen Quartalszahlen bekannt – und ließ damit die gigantischen Gewinne in Milliarden-Höhe einfach so in den Hintergrund treten.

Bezos’ Nachfolger steht bereits fest

Es sind riesige Fußstapfen, die Bezos hinterlässt, doch offenbar steht sein Nachfolger bereits fest. Wie es weiter heißt, wird Andy Jassy die Chefrolle übernehmen. Der 52 Jahre alte Jassy zeigt sich derzeit als Chef von Amazons wachstumsstarker Cloud-Sparte verantwortlich und war schon länger als potenzieller Nachfolger von Bezos in den Blick gerückt. 

„Andy ist fast so lange bei Amazon wie ich. Er wird eine herausragende Führungsperson sein, und er hat mein volles Vertrauen“, sagte Bezos laut FAZ über seinen Nachfolger. „Fast so lange bei Amazon wie ich“ bedeutet in diesem Fall, dass er bereits seit 1997 bei Amazon an Bord ist – Amazon selbst wurde 1994 gegründet. Bis zum tatsächlichen Wechsel an der Führungsspitze sollen nur noch wenige Monate vergehen: Er ist bereits für das dritte Quartal 2021 anvisiert.

Bezos soll Amazon dennoch erhalten bleiben

Komplett aus dem Amazon-Universum zurückziehen will sich Jeff Bezos offenbar aber nicht: So soll er künftig in der Rolle des Geschäftsführenden Vorsitzenden des Verwaltungsrats innerhalb des Konzerns verbleiben und somit also die Führung des Aufsichtsgremiums übernehmen. Überdies scheint der 57-Jährige von einem angenehmen, stillen Rentner-Dasein nichts wissen zu wollen: „Ich hatte noch nie mehr Energie. Es geht hier nicht darum, in Rente zu gehen“, habe er in einer Nachricht an seine Belegschaft kommentiert.

Stattdessen wird er sich wohl in Zukunft verstärkt den zahlreichen Initiativen und Projekten widmen, für die bisher weniger Zeit und Energie zur Verfügung standen. Zu nennen sind an dieser Stelle etwa sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin, mit dem er in direkter Konkurrenz zu Elon Musks SpaceX steht. Außerdem ist da noch die „Washington Post“, eine Zeitung, die er 2013 übernommen hatte. Auch Wohltätigkeitsorganisationen zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit und Armut („Day One Fund“), der Kampf gegen den Klimawandel mithilfe seines „Earth Funds“ und „andere Leidenschaften“ könnten nun einen breiteren Platz in Jeff Bezos’ Alltag einnehmen. „So sehr ich noch immer stepptanzend ins Büro komme, freue ich mich über diesen Wechsel“, habe er weiter gesagt.

/ Geschrieben von Tina Plewinski




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