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Amazon hat an seinem Affiliate-Programm geschraubt. Heißt im Einzelnen: Wer einen Blog oder eine Website betreibt und auf die Produkte des Online-Riesen verweist, bekommt künftig unter Umständen deutlich weniger Provision. Mit diesem Schritt dürfte Amazon bei vielen Websitebetreibern Empörung hervorrufen.

Brücke bröckelt

 © alphaspirit – Fotolia.com

Affiliate-Programme sind in der Welt des Online-Handels sehr beliebt. Wirbt man beispielsweise auf seiner Website oder seinem Blog für Amazon Kindle-Geräte (oder Kindle Zubehörteile), so konnte dies in der Vergangenheit recht erträglich sein. Die Provision, wenn ein Kunde auf den entsprechenden Banner bzw. die Anzeige klickte und dann bei Amazon dieses Gerät kaufte, lag bisher bei 10 Prozent. Teurere Produkte bringen den Bloggern und Websitebetreibern also mehr ein als niedrigpreisige Artikel.

Mithilfe dieser Affiliate-Strategie haben zahlreiche Websitebetreiber ihre Einnahmen aufgestockt. Oftmals sind solche Provisionen sogar nicht nur eine finanzielle Stütze, sondern sorgen für das Überleben dieser Blogs. Doch durch eine einschneidende Veränderung bröckelt diese Stütze nun weg: Wie Literaturcafe.de nämlich schreibt, wurden die Provisionen für die Kindle-Geräte nun fast beiläufig und ohne Vorankündigung um 70 Prozent gekürzt. Künftig liegen die Provisionen nur noch bei 3 Prozent. Auch bei den Kindle E-Books gibt es Einschnitte: Profitierte man bisher von 10 Prozent-Provisionen, wurden dies nun auf 7 Prozent herabgestuft.

Die Konkurrenz-Konditionen lagen bisher weit unter denen von Amazon

Was für viele Betroffene noch das letzte Zünglein an der Waage sein dürfte: Amazon feiert gerade das fünfjährige Jubiläum seines Kindle. Hinzu kommt, dass gerade viele Blogs und Websites mit „ihren Tests, Berichten und Vergleichen in den letzten Jahren mit zum Erfolg des Kindle beigetragen haben“ dürften, so Literaturcafe weiter. So ganz überraschend sei die Kürzung jedoch dennoch nicht, da Amazon in der Vergangenheit schon mehrfach gezeigt habe, dass man neue Projekte mit „Angreiferkonditionen“ gestartet habe und diese im Laufe der Zeit dann zu den eigenen Gunsten verändert habe.

Zumindest eine Vorwarnung oder Ankündigung wäre für die betroffenen Websitebetreiber und Blogger sicherlich wünschenswert gewesen. Trotz all der Verärgerung und Enttäuschung muss aber auch auf die Affiliate-Konditionen der Konkurrenten verwiesen werden: Hugendubel und Thalia zahlen nämlich auch nur 4 bzw. 4,5 Prozent – und das schon seit geraumer Zeit. Ob diese Anbieter nun von dem Amazon-Konditionen-Kahlschlag auf 3 Prozent profitieren werden, bleibt abzuwarten.

/ Geschrieben von Tina Plewinski


Kommentare

#1 Markus Siek 2016-05-12 14:26
Die Kürzungen betreffen nicht nur die Kindle-Produkte von Amazon, sondern fast das komplette Sortiment. [Anmerkung der Redaktion: Link entfernt]



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