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Amazon gilt bei vielen Kunden als das Mekka des Online-Handels. Doch bei den Zulieferern scheint sich derzeit Frust breit zu machen. Einige berichten von vermeintlich unbeglichenen Rechnungen, Zahlungskürzungen und verschwundener Ware.

Amazon Logo
© Eric Broder Van Dyke / Shutterstock.com

Hat Amazon ein Problem mit seinen Zulieferern? Einem Bericht von CRN zufolge soll es immer wieder zu größeren Schwierigkeiten kommen. Einige Distributoren berichten von offenen Forderungen und offenbar willkürlich gekürzten Rechnungen. „Amazon spielt seine Marktmacht gegenüber Lieferanten gnadenlos aus“, zitiert das Magazin einen Zulieferer, der seit rund einem Jahr auf offenen Forderungen in siebenstelliger Höhe sitzen soll. Amazon bezahle mal einen Teilbetrag, oft würden Rechnungen aber „ohne Angabe von Gründen“ nicht bezahlt, so der Distributor weiter.

CRN habe mit einigen Grossisten gesprochen, die nur unter der Zusage, keine Details über ihre Identität zu nennen, zu Gesprächen bereit waren. Die Furcht vor dem Zorn Amazons scheint bei den Grossisten also entsprechend groß – ebenso wie der Frust, wie CRN beschreibt: „Es fallen harte Vorwürfe: Es ist von ‚Methode‘ die Rede, von ‚Inventur-Gewinnen‘, gar von ‚organisiertem Betrug‘.“

Amazon spricht von „Missverständnissen“

Dass Amazon Rechnungen in vielen Fällen nicht bezahlen soll, hätten die Zulieferer übereinstimmend berichtet. Amazon gebe demnach vor, die Ware nie oder nicht vollständig erhalten zu haben. Nachweise über die Zustellung soll der US-Konzern nicht akzeptieren, so ein betroffener Grossist. Selbst wenn die Ware per Sicherheitstransport zugestellt wurde, seien die Belege offenbar nicht ausreichend. In einem besonderen Fall habe ein Zulieferer Amazon mitgeteilt, dass er die verschwundene Warensendung – mehrere Hundert Smartphones – zur Anzeige bringen wolle. Die Geräte ließen sich über die IMEI eindeutig identifizieren, wenn sie in Betrieb genommen würden. „Amazon hat es uns untersagt, den Fall bei der Polizei zu melden“, so der Distributor laut CRN.

Schwere Vorwürfe gegen Amazon also. Der Konzern selbst habe CRN gegenüber aber nur von „Missverständnissen“ gesprochen. Um die Anlieferungen schneller zu bearbeiten, prüfe und bestätige das Unternehmen zunächst lediglich die Anzahl der angelieferten Paletten. Erst in weiteren Schritten führe man eine Qualitätskontrolle auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Unversehrtheit der Ware durch. Ein Grossist vermute ein Problem in der chaotischen Lagerhaltung, die Amazon einsetze – dabei werden die Produkte so in die Regale einsortiert, dass die Picker möglichst wenig Strecke zurücklegen müssen. Eine Lieferung T-Shirts wird beispielsweise nicht an einer Stelle im Lager einsortiert, sondern verteilt.

Nur wenige wollen Amazon den Rücken kehren

Auch die Sanktionen, die Amazon aussprechen soll, verärgern die Zulieferer: Wer gegen Anlieferuns- oder Verpackungsbestimmungen verstößt, soll Strafzahlungen leisten. Wann das aber der Fall ist, bestimme der US-Konzern selbst. Ein Distributor spricht von einem Verhalten, das „völlig intransparent und willkürlich“ sei. „Alle vier Wochen erhalten wir eine Liste mit Strafzahlungen. Etwa weil das Zeitfenster bei der Anlieferung nicht eingehalten wurde, Teile der Ware beschädigt sein sollen, nicht richtig gelabelt oder ins falsche Lager geliefert worden seien“, berichtet der Distributor weiter. Bereits 2013 seien erste Vorwürfe in der Verkehrs-Zeitung aufgekommen, dass die Anlieferung bei Amazon chaotisch verlaufe und das Unternehmen die Strafzahlungen als „eigene Form der Einnahmequelle“ nutze.

Trotzdem scheinen nur die wenigsten Zulieferer entschieden gegen Amazon vorgehen zu wollen. Für die meisten ist der Marktplatz ein zu lukrativer Absatzkanal, trotz aller Probleme und Strafzahlungen. Zuletzt hatte trotzdem Birkenstock erklärt, die Zusammenarbeit mit Amazon einzustellen (wir berichteten) – aber nicht wegen Probleme bei der Warenlieferung, sondern wegen Amazons Umgang mit Markenrechtsverletzungen.

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers


Kommentare

#8 Hartmut 2018-03-02 09:18
Ich kann das nur bestätigen, aktuell haben wir von Amazon WKZ Rechnungen für die Jahre 2014 und 2015 bekommen, obwohl diese WKZ längst abgezogen und bezahlt sind. Falls wir nicht einverstanden sind, sollen wir nachweisen, dass das schon bezahlt ist. Das ist Betrug! Wir haben Amazon mit gerichtlichen Schritten gedroht.
#7 Mark 2018-02-10 16:42
Wir haben den Verkauf sowohl über als auch an Amazon komplett eingestellt. Trotz aller Warnungen scheint bei den meisten die Gier größer zu sein als das Hirn. Wir haben soviel Scheisse mit Amazon erlebt, dass man damit Bücher füllen könnte. Wie ein Vorredner bereits gesagt hat: Amazon ist die Online-Pest des 21. Jahrhunderts und jeder Händler, der sich das gefallen läßt, ist selbst dran schuld.
#6 Klaus 2017-12-13 22:31
kann dem nur zustimmen. Wir sind ebenfalls zulieferer von Amazon und haben immer mehr probleme unsere Forderungen geltend zu machen. Allerdings zahlt amazon bei uns immerhin die Rechnungen. Es werden sich aber jedes Quartal neue Strafzahlungen ausgedacht und es ist eigentlich nicht mehr möglich keine zu bekommen. Auch haben wir das Problem das wenn Amazon etwas als nicht geliefert ansieht es uns bisher nie gelungen ist, das Amazon unsere Ablieferbelege anerkennt.
Da die Anlieferung nur von den Speditionen gesteuert werden kann ist es im Grunde nicht möglich darauf Einfluss zu nehmen wann genau zugestellt wird.
Das ist bei FBA ganz anders. Da genügt es die Sendungsnummer an zu geben und man bekommt entweder eine Antwort wo die Einheiten verbucht wurde oder prombt sein Geld zurück. Auch gibt es kaum Strafzahlungen.
#5 Chris 2017-12-13 14:55
Die willkürlichen Abzüge und Zahlung erst nach dem Gang zum Anwalt haben wir hier in Deutschland ebenfalls erlebt,
Drohungen oder Verbote sind allerdings nie vorgekommen.

Wir haben die Lieferung eingestellt.

Die ständig anrufenden Einkäufer können sich das allesamt nicht erklären und wissen von nichts ...
#4 Ein Zulieferer 2017-12-13 12:19
Hallo zusammen.
Wir möchten uns auch nicht mit Firmennamen hier posten.
Amazon ist in der Tat eine sehr lukrative Plattform. Uns treffen auch die Strafzahlungen welche willkürlich angesetzt werden. So nimmt man Geld, weil die Paletten nicht bis ganz unten foliert sind. Desweiteren werden Lieferungen nach Polen und Tschechien bestellt. Dort verschwindet laufend Ware welche uns dann von der Rechnung abgezogen wird. Und das bei JEDER Lieferung. Das hat System, das Netz ist voll davon. Amazon hält sich hier gütlich. Zudem gibt es noch ein Problem. Das sind chinesische Drittanbieter. Diese setzen sich im Angebot fest und verkaufen irgendwelche ähnlichen Artikel die nichts mit unserem Produkt zu tun haben. Damit fahren wir die negativen Bewertungen beim Produkt ein und der Chinese freut sich. Wer nun denkt, Amazon handelt sofort und hilft, der irrt. Im Gegenteil. Man muss ein Formular ausfüllen über Verletzung der Marke, der Schutzmarke, des Artikels usw. Es ist eigentlich völlig egal was man ausfüllt. Es ist auch völlig uninteressant was man dazu schreibt und wo man um Hilfe bittet. Es ist ist Fall offen und es passiert nichts. Amazon ist zwar informiert und verpflichtet SOFORT ab Kenntnis etwas zu unternehmen und den falschen Verkäufer zu blocken. Wird aber nicht gemacht. Insgesamt ist in unseren Augen Amazon ein pro Kunden Unternehmen. Für den Händler allerdings wenig empfehlenswert.
#3 Artikel ist richtig 2017-12-13 10:25
Als Amazon Vendor (Lieferant) kann ich den Warheitsgehalt dieses Artikel bestätigen.
Wir sind in der Unterhaltungsel ektronik Branche Seit Jahren ein grosser Lieferant für Amazon.

Es wird dort in unvorstellbar angewandter Methodik Geld gemacht. Sogenannte "Shortage Claims" werden von Amazon genutzt, um zusätzlich Marge zu machen.
Penaltys wegen nicht eingehaltenem Lieferfenster sind an der Tagesordnung, obwohl nachweisbar mit GPS Ortung und Abliefernachwei s seitens Amazon tatsächlich geschummelt und gelogen wird.

Der Grosse Partner Amazon nutzt seine Marktmacht dazu, auf zusätzlich unseriöse Weise Geld zu machen.
Ich kann nur jeden der Kollegen darauf hinweisen, zur Not mit Rechtsbeistand und absoluter Hartnäckigkeit auf Zahlung gegen Amazon zu klagen.
#2 Dirk 2017-12-13 08:52
Wer sich als Hersteller bzw. Zulieferer nur auf Amazon verlässt, macht in seiner Geschäftsplanun g irgendwas falsch. Amazon zahlt nicht nur seine Zulieferer, sondern behandelt genauso seine Händler, welche auf der Amazon-Plattfor m verkaufen. Gelder werden nicht ausbezahlt, unter Vorwand über Monate hinweg einbehalten oder fadenscheinige Reklamationen von Kunden gegen den Verkäufer ausgelegt, so dass er für seine verkaufte Ware keine Zahlung erhält.

Solange jedoch Amazon bei Zulieferer, Verkäufer und Käufer als die "Wunderplattfor m" angesehen wird und sich alle auf Amazon konzentrieren, kann Amazon seine Macht uneingeschränkt ausnutzen. Was würde jedoch passieren, wenn keiner mehr Amazon beliefert und kein Verkäufer auf Amazon seine Ware mehr anbietet? Dann würde Amazon vielleicht seine Geschäftsprakti ken einmal überdenken.

Aber dies wird lediglich nur ein Gedankenspiel bleiben, da in den Köpfen der Menschen, Amazon immer die hochgelobte Verkaufsplattfo rm bleiben wird - Schade eigentlich, dass es so wenige mutige Menschen gibt, die Amazon den Rücken kehren!
#1 Michael 2017-12-13 08:17
Hat man je etwas gutes über Amazon gehört? - NEIN! Amazon ist die Online Pest des 21. Jahrhunderts. Jeder der dort verkauft und probleme hat.....hat selber schuld!!! Es geht auch ohne Amazon!!!!!



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