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Die Amazon-Tochter Ring, Hersteller einer smarten Türklingel, gibt Daten ihrer Nutzer an Firmen wie Facebook weiter – das hat die Bürgerrechts-Organisation Electronic Frontier Foundation in einer Analyse herausgefunden.

Smartphone Ring Daten
Wit Olszewski / shutterstock.com

Eigentlich soll Ring den Nutzern mit seinem smarten Türklingel-System mehr Sicherheit verschaffen – das Vertrauen wird allerdings immer wieder erschüttert. Das Unternehmen gibt sensible Nutzerdaten aus der Android-App an Unternehmen weiter, die so umfangreiche Nutzerprofile erstellen könnten, so der Vorwurf.

Diese Nutzerdaten fließen von Ring zu Facebook und Co.

Die Bürgerrechts-NGO Electronic Frontier Foundation (EFF) hat den Datenverkehr auf der Ring-App untersucht und analysiert; das alarmierende Ergebnis: Informationen der Nutzer, wie zum Beispiel Namen, E-Mail-Adressen, private IP-Adressen, der Mobilfunknetzbetreiber oder Sensordaten, fließen direkt an mindestens vier große Analyse- und Marketingfirmen weiter – darunter auch Facebook. Weitere Unternehmen sind branch.io, mixpanel.com und appsflyer.com. Facebook erhält via Ring-App unter anderem Daten über Zeitzone, Gerätemodell, Sprachpräferenzen und die Bildschirmauflösung des Smartphones – auch wenn der Nutzer gar nicht auf Facebook ist. Das Unternehmen Mixpanel erhält insgesamt die meisten Daten. 

Das aufkommende Problem ist in der Branche bekannt: Durch die Kombination solcher Daten und anderer verfügbarer Quellen könnten derartige Unternehmen umfassende Nutzerprofile erstellen – dadurch könnten auch andere Unternehmen etwa noch zielgerichteter personalisierte Werbung ausspielen oder individualisierte Dienste entwickeln. „Selbst wenn diese Informationen nicht missbraucht und genau für den angegebenen Zweck (in den meisten Fällen Marketing) eingesetzt werden, kann dies zu einer ganzen Reihe von sozialen Missständen führen“, warnt EFF. 

Weiterer Kritikpunkt: Die meisten Nutzer dürften von dieser Weiterleitung kaum etwas wissen. „Diese Daten werden an Dritte weitergegeben, die entweder nur kurz erwähnt werden, auf einer internen Seite vergraben sind, die die Benutzer wahrscheinlich nie sehen werden – oder sie sind überhaupt nicht aufgelistet“, sagt die EFF.

„Ring sollte abgeschaltet werden“

Generelle Kritik an Ring kommt auch von einem Amazon-Software-Entwickler, der sich im Rahmen der Protest-Kampagne gegen Amazons Klimapolitik äußerte: „Der Einsatz von angeschlossenen Hausüberwachungskameras, die eine zentrale Abfrage von Filmmaterial ermöglichen, ist mit einer freien Gesellschaft einfach nicht vereinbar. Die Fragen des Datenschutzes lassen sich nicht mit einer Regulierung lösen, und es gibt kein Gleichgewicht, das sich ausgleichen ließe. Ring sollte sofort abgeschaltet werden und nicht wiederkommen“, fordert Max Eliaser. In einer Liste, aus der auch Eliasers Zitat stammt, hat die Umweltschützer-Gruppe „Amazon Employees for Climate Justice“ Statements von Amazon-Mitarbeitern gesammelt, die sich kritisch mit ihrem Unternehmen und dessen Umweltschutz-Maßnahmen auseinandersetzen. 

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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