Amazon muss seinen Leipziger Mitarbeitern wegen der Belastung durch Corona-Schutzmasken keine Extrapausen gewähren, entschied jetzt das Arbeitsgericht Leipzig nach einer Klage von Verdi.

Mitarbeiter mit Schutzmaske
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Spätestens seit der Coronapandemie wissen die meisten Menschen, dass das Tragen einer Corona-Schutzmaske anstrengend sein kann: Brillenträger sehen nichts, weil die Gläser beschlagen, und auch das Atmen bei Belastung kann schwerer fallen. Aus diesem Grund hatte Verdi von Amazon gefordert, den Mitarbeitern im Logistikzentrum Leipzig extra Pausen einzuräumen – unterlag damit jetzt aber vor dem Arbeitsgericht Leipzig, wie der MDR berichtet.

Verdi fordert: Alle zwei Stunden bezahlte Pause im Amazon-Logistikzentrum

Die Gewerkschaft Verdi hatte im vergangenen Jahr gefordert, dass Amazon-Mitarbeiter nach jeweils zwei Stunden Arbeit mit entsprechender Schutzmaske eine extra Pause machen dürfen oder dann zu einer Tätigkeit im Logistikzentrum wechseln können, bei der sie keine Maske tragen müssen. Der Amazon-Betriebsrat und die Unternehmensleitung in Leipzig konnten sich nicht einigen, nach einer Schlichtung durch eine sogenannte Einigungsstelle unter Beteiligung eines ehemaligen Richters sollte die Pausenregelung eigentlich umgesetzt werden – die Unternehmensleitung hätte das aber nicht getan, sagt Verdi-Vertreter Jörg Lauenroth-Margo.

Jetzt gab das Arbeitsgericht Leipzig Amazon Recht: Der E-Commerce-Riese muss seinen Mitarbeitern keine zusätzliche Erholung anbieten. Jörg Lauenroth-Margo ist über das Urteil „enttäuscht und erboßt“. 

Amazon bietet Mitarbeitern unbezahlte Zusatzpause an

Amazon teilte mit, dass es die Sicherheit der Beschäftigten sehr ernst nehme und verweist darauf, dass es in der Coronaphase seit Ende März die übliche Pause von 30 Minuten bereits um fünf Minuten verlängert habe. Außerdem könnten Mitarbeiter eine freiwillige Pause von 30 Minuten machen – diese ist allerdings unbezahlt. Dieses Angebot des Unternehmens bezeichnete Lauenroth-Margo allerdings als „arrogant“. Noch ist unklar, ob Verdi gegen das Urteil vorgehen will.

 

 

 

 

 

/ Geschrieben von Markus Gärtner


Kommentare

#2 Manfred 2021-02-24 09:09
Ich verweise auf die Arbeitsschutzre geln, zusammengefasst unter DGUV Regel 112-190 - Benutzung von Atemschutzgeräten

Dort heißt es:
Nr. Schutzausrüstungen Tragedauer Erholungsdauer Einsätze/Arbeitsschicht Schichten/Wo.

5.1.1 Vollmaske 105 min 30 min 3x 5
5.1.2 Halb-/Viertelmaske 120 min 30 min 3x 5
5.1.3 Filtrierende Halbmaske ohne Ausatemventil 7 5 min 30 min 5x 4 (2-1-2)
5.1.4 Filtrierende Halbmaske mit Ausatemventil 1 20 min 30 min 3x 5

Demzufolge ist es geboten, zumal bei körperlich belastender Arbeit mit FFP-Maske, nach spätestens zwei Arbeitsstunden eine Pause einzulegen oder eine leichtere Arbeit ohne Filtermaske auszuführen. Arbeitgeber und Vorgesetzte mögen einmal mit einer FFP2-Maske vor Mund u. Nase 15 min Treppen flott aufwärts zu steigen, unter Aufsicht mit Zeitnahme!
#1 Markus 2021-02-18 09:23
Also ich bin kein Amazon Fan, weder kaufen und schon gar nicht verkaufen auf Amazon, das ist aber jedem seine eigene Sache und muss jeder selber wissen wie er sein Geschäft führt.

Doch jetzt mal zum eigentlichen Thema. Mit den zusätzlichen bezahlten Pausen hat Amazon doch vollkommen recht. Warum bezahlte Extra Pause für eine vom Gesetzgeber verordnete Maskenpflicht?

Ob mit oder ohne Maske, meine Arbeit für die ich im Arbeitsvertrag unterschrieben habe, muss ich erledigen.

Das ist doch nur wieder großes Geschrei um das Böse Amazon. Da gibt es wohl wichtigeres bei Amazon durchzusetzen als so was.

Mfg



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