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Die Buy Local-Initiative stemmt sich gegen die gemeinsame Aktion von Bastei Lübbe und Amazon und hat in diesem Zusammenhang die seit 2012 währende Kooperation mit dem Verlag beendet. „Grund sind Differenzen aufgrund wiederkehrender Marketingaktivitäten des Verlages mit dem Online-Versender Amazon“, heißt es von Buy Local selbst. Update: Beide Parteien wurden laut Buchreport von einer Genossenschaft abgemahnt.

Aufgeschlagenes Buch

© magdal3na - Fotolia.com

Vor einigen Tagen verbreitete sich die Nachricht, dass Amazon und der Verlag Bastei Lübbe für einen kurzen Zeitraum kooperieren werden: Nutzer der kostenlosen Lese-App von Amazon erhalten bis zum 14. Januar eine digitale Ausgabe von Dan Browns Bestseller „Illuminati“ – ebenfalls ohne zusätzliche Kosten. Damit will der Online-Händler verstärkt seinen Kindle Reader in den Fokus rücken. Aber auch der Bastei Lübbe-Verlag profitiert natürlich von dieser Zusammenarbeit durch die massive Präsenz von Amazon.

Buy Local-Initiative beendet Partnerschaft mit Bastei Lübbe

Diese Aktion ist zumindest zu einem gewissen Teil und insbesondere für Bastei Lübbe komplett nach hinten losgegangen: Wie der Buchreport berichtet, soll sich die Buy Local-Initiative, die sich beispielsweise für den stationären Handel einsetzt, von der Kooperation angegriffen fühlen und hat jegliche Kontakte mit Bastei Lübbe beendet. Auf der Homepage von Buy Local heißt es diesbezüglich: „Die bundesweite Initiative Buy Local distanziert sich von der seit 2012 bestehenden Förderpartnerschaft mit dem Buchverlag Bastei Lübbe. Grund sind Differenzen aufgrund wiederkehrender Marketingaktivitäten des Verlages mit dem Online-Versender Amazon.“

Buy Local wirft Bastei Lübbe vor, mit der Gratis-Aktion die „zunehmend monopolistische Struktur des Online-Riesen“ zu stärken. „Dem Verlag fällt dabei die Rolle des Steigbügelhalters zu. Und dies entziehe einer weiteren Zusammenarbeit auf der Ebene einer Förderpartnerschaft, schlicht die Basis, so Vorstand und Geschäftsführung des Vereins.“

Bastei Lübbe-Vorstand weist Vorwürfe zurück

Nach Buchreport hat Bastei Lübbe-Vorstand Klaus Kluge bereits auf die Vorwürfe reagiert und darauf hingewiesen, gemeinsame Aktionen nicht nur mit Amazon, sondern auch beispielsweise mit Tolino zu starten: „Das Beharren auf ein Feindbild hilft auf einem stagnierenden Markt nicht weiter. Der gesamte Buchmarkt ist rückläufig und wir brauchen neue Leser“, meint Kluge. „Nach 3,4 Millionen verkauften Exemplaren dürfte ‚Illuminati‘ im physischen Buchhandel nur noch in geringsten Mengen vorhanden sein. Wer heute einen Erstkontakt hat, ist wohl eher ein Neuleser, der dann in Zukunft vielleicht auch den Weg in eine Buchhandlung findet.“

Gegen Amazon wurde immer wieder der Vorwurf laut, ein großer Faktor für das Aussterben von stationären Buchläden zu sein. Die Eröffnung des ersten eigenen stationären Buchladens und die Möglichkeit, Buchauszüge auch digital einbetten zu können, sorgten bereits dafür, dass die Offline-Geschäfte hellhörig werden mussten. Die Kritik der Buy Local-Initiative dürfte abermals für neue Diskussionen in diesem Bereich sorgen, scheint jedoch vor allem für den Bastei Lübbe-Verlag am Image aus Sicht der Einzelhändler zu kratzen.

Update, 25.01.2016: Amazon & Bastei Lübbe abgemahnt

Die Auseinandersetzung geht in eine weitere Runde: Wie auf Buchreport zu lesen ist, wurden sowohl Amazon als auch der Bastei Lübbe-Verlag von der Genossenschaft Ebuch abgemahnt. Im Schreiben der Ebuch-Rechtsanwälte Ehrlinger, Hagen et.al., Berlin an Amazon soll es unter anderem heißen, dass der kostenfreie Download eines preisgebundenen Buches gegen das Preisbindungsgesetz verstößt.

"Aufgrund eines damit verbundenen Preisnachlasses von 100 % stellt dies die schwerwiegendste Form der Unterschreitung des gebundenen Ladenpreises dar. Erschwerend kommt hinzu, dass Sie einen preisgebundenen Titel zur Vermarktung Ihrer Kindle-Lese-App einsetzen und somit ‚E-Book‘-Kunden kanalisieren und für Ihr E-Book-Angebot zu gewinnen beabsichtigen", so der genaue Wortlaut nach Buchreport.

Auch Bastei Lübbe soll ein Schreiben vorliegen, in dem der Verlag als "Mittäter" bezeichnet wird, der Amazon bei dem Preisbindungsverstoß unterstützt hat. „Der Buchpreisbindungsverstoß ist auf ein gemeinschaftliches Zusammenwirken von Amazon und Ihnen zurückzuführen.“

Bis zum 29. Januar 2016 haben Amazon und Bastei Lübbe Zeit, eine Unterlassungserklärung einzureichen.

/ Geschrieben von Christian Laude





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