Um Kunden zur Nutzung des Amazon-One-Handscanners zu motivieren, erhalten Neukunden nun zehn US-Dollar Prämie.

Biometrischer Handscan
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Das im Herbst letzten Jahres in den USA eingeführte kontaktlose Bezahlsystem Amazon One scheint auf Skepsis bei den Kunden zu stoßen. Darum kündigte Amazon nun eine Werbeaktion an, bei der neu registrierte Kunden für das Bereitstellen ihrer biometrischen Daten ein Einkaufsguthaben von zehn US-Dollar erhalten.

Skepsis beim Verbraucher

Die Technologie soll insbesondere auch den gestiegenen Hygiene-Bedenken entgegenkommen und ein Bezahlen ohne Berührung ermöglichen. Die Hand wird dabei, anders als beim Fingerabdruck-Sensor am Handy, nur über den Scanner gehalten. Auch eine allgemeine Reduzierung von Kassen und damit Personal geht mit der Technologie einher. Doch scheinen die Kunden zögerlich, ihre Identitätsmerkmale einem Privatkonzern offenzulegen. 

In Deutschland entschieden sich bisher viele Bürger noch gegen die Aufnahme der biometrischen Daten im Personalausweis, die Anfang August jedoch zur Pflicht wurde. Zwar haben wir hierzulande noch keine Amazon-Ladengeschäfte, aber Amazon scheint die Skepsis zu bemerken.

Statt auf mehr Transparenz und einem hohen Maß an Sicherheit setzt man jedoch auf das Belohnungsprinzip, um die Kunden dennoch zur Registrierung zu bewegen.

Kritik an Amazon-Prämie: „Dystopische Zukunft der Science Fiction“

Beim Hand-Scan werden „minimale Charakteristiken der Handfläche wie Linien und Rillen auf der Oberfläche sowie subkutane Merkmale wie Venen aufgezeichnet, um eine Handflächen-Signatur zu erstellen“. Die Kundendaten sollen dabei in einer Cloud gespeichert werden, bis der Kunde sich irgendwann entscheidet, diese löschen zu wollen.

Doch Cloud-Dienste können gehackt werden, egal wie viel Sicherheit Amazon hier verspricht. Albert Fox Cahn vom New Yorker Surveillance Technology Oversight Project äußerte diesbezüglich gegenüber TechCrunch: „Die dystopische Zukunft der Science Fiction ist hier. Es ist erschreckend, dass Amazon Menschen bittet, ihre Körper zu verkaufen, aber viel erschreckender noch, dass diese es zu einem solch niedrigen Preis tun.“

Er weist folglich darauf hin, dass biometrische Daten einzigartig und permanent sind und sich im Gegensatz zu einer Sozialversicherungsnummer niemals ändern lassen. Auf diese Weise können „Unternehmen und Regierungen uns permanent nachverfolgen“.

/ Geschrieben von Ricarda Eichler




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