Betrüger geben sich am Telefon als Amazon-Mitarbeiter aus oder verschicken Phishing-Mails an vermeintliche Amazon-Kunden.

Frau mit Telefon und Karte
ElenaYakimova / Shutterstock.com 

Immer wieder versuchen findige Verbrecher Verbraucher online oder am Telefon um ihr Geld zu bringen und geben sich dafür als Mitarbeiter von Unternehmen, wie etwa Amazon, aus. In den USA zeigte die Verbraucherschutzbehörde gerade erst, dass mit Amazons Namen am meisten Schindluder getrieben wird, doch auch in Deutschland kursieren wieder aktuelle Betrugsmaschen rund um den E-Commerce-Marktplatz.

Ein Drittel der Amazon-Anrufer sind Betrüger

So rufen Betrüger bei deutschen Kunden an, geben sich als Amazon-Mitarbeiter aus und versuchen, an die Bank- und Login-Daten der Nutzer zu kommen. Die Betrüger geben dabei zum Beispiel vor, dass bei einer Bestellung noch persönliche Daten fehlen würden oder täuschen vor, der Angerufene sei bei einem Gewinnspiel erfolgreich gewesen.

Die Webseite Tellows informiert über aktuelle Betrugsmaschen via Telefon und zeigt auch, von welchen Nummern solche Anrufe kommen können. Dabei melden Menschen verdächtige Anrufe und Telefonnummern. Laut einer Studie von Tellows kommt über ein Drittel aller Anrufe, die von Amazon stammen sollen, von Betrügern. Nur rund die Hälfte der Anrufer sind wirklich Amazon-Mitarbeiter, der Rest teilweise von Unternehmen, die offiziell Amazon-Produkte wie etwa die Kreditkarte vertreiben. Für die anstehende Weihnachtszeit gehen die Experten sogar von noch mehr Fake-Anrufen aus. 

Falsche Amazon-E-Mail führt zu Phishing-Falle

Außerdem greift derzeit eine weitere Phishing-Welle, die auf Amazon verweist, um sich, wie die Verbraucherzentrale warnt. Dabei erhalten die E-Mail-Nutzer oft eine Fake-Nachricht eines angeblichen Amazon-Accounts mit dem Betreff „Aktivität greift auf Informationen zu – Dein Account wurde gesperrt“. Das Kundenkonto sei gesperrt und der Nutzer solle die Daten überprüfen und aktualisieren. Klickt er auf den Link, können die Online-Betrüger gegebenenfalls persönliche Daten abgreifen und missbrauchen.

So können Nutzer sich gegen Betrug am Telefon schützen

Was können Nutzer tun, wenn sie verdächtige Anrufe erhalten? Tellows verweist darauf, dass Amazon selbst nur Kunden anruft, wenn diese zuvor selbst Kontakt aufgenommen haben oder wenn ein Amazon-Kurier Fragen zu einer Lieferung hat. Niemals würde ein Amazon-Mitarbeiter am Telefon nach sensiblen Kontodaten oder Passwörtern fragen. Bei verdächtigen Anrufen sollten Nutzer einfach sofort auflegen! Amazon selbst bietet für alle Probleme auf seiner Webseite einen Service-Bot, der an einen Mitarbeiter weiterleitet – der dann auf Wunsch auch anrufen kann. Auch die Verbraucherzentrale hat einen Ratgeber gegen Telefon-Abzocke.

Was tun gegen Phishing-Mails?

Die Verbraucherzentrale zeigt auf ihrem Phishing-Radar jeweils aktuelle Betrugsmethoden via E-Mail und hat dazu auch einen eigenen Ratgeber. So können E-Mail-Nutzer mögliche Phishing-Mails erkennen:

  • Viele solcher Mails haben Grammatik- und Orthografie-Fehler oder sind sogar in einer anderen Sprache verfasst.

  • Oft fehlt auch der richtige Name des Nutzers und es heißt nur „Sehr geehrter Kunde“. Teils haben Betrüger aber auch den echten Namen recherchiert.

  • Ebenfalls verdächtig sind schnelle Fristen, die der Nutzer einhalten soll und mögliche Konsequenzen, die ihm scheinbar drohen. Über solche Dark Patterns genannten Methoden hat Onlinehändler News umfassend berichtet.

  • Seriöse Banken und Online-Zahlungsdienste fragen via E-Mail niemals nach Daten wie der PIN oder TAN.

  • Sollte eine E-Mail verdächtig sein, diese nicht öffnen oder Links darin anklicken, sondern einfach sofort löschen.
/ Geschrieben von Markus Gärtner




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