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Das Vendor-Programm von Amazon steht immer wieder in der Kritik. Uns hat nun erneut ein Erfahrungsbericht eines kleineren Online-Händlers erreicht, welchen wir hier in gekürzter Fassung darstellen wollen.

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© Tina Plewinski

Bereits in der Vergangenheit haben wir immer mal wieder über Probleme mit dem Vendor-Programm von Amazon berichtet. Immer wieder geht es um unbezahlte Rechnungen, Zahlungskürzungen oder auch verschwundene Ware, was nach Händerberichten häufig auf Kosten der Händler geschieht. Erst im Dezember vergangenen Jahres hatte sich eine Reihe von Händlern zur „Willkür“ Amazons geäußert, auch in unseren Kommentarspalten zu dem betreffenden Artikel wurden ähnliche Erfahrungen beschrieben.

Amazonlager verweigert die Annahme bestellter Ware

Nun hat sich erneut ein Online-Händler direkt an uns gewandt und seine Erfahrungen mit dem Vendor-Programm mit uns geteilt. Der Händler, welcher anonym bleiben möchte, hatte schon bei der Lieferung an Amazon Probleme. Wie viele andere Nutzer bereits in diversen Foren berichteten, wurde auch bei ihm die Annahme der zugesandten Artikel verweigert. Insgesamt zwei Mal wurde dem Händler mitgeteilt, dass die Annahme von Amazon bestellter Ware verweigert wurde.

Dazu schrieb uns der Händler: „Da es völlig unverständlich ist, warum bei bestellter Ware die Annahme verweigert wird, kann es nur einen Grund geben: Die Lagermitarbeiter können die amazoneigenen Lieferpapiere nicht lesen bzw. scannen. Doch in einem Telefonat mit einem Supportmitarbeiter wurde noch ein anderer Grund genannt: Der Einkäufer, der eine Bestellung für ein bestimmtes Lager ausgelöst hat, weiß nicht, das das Lager zu dem Zeitpunkt ausgebucht ist.“

Versprochene Gutschrift lässt auf sich warten

Durch die unnötigen Hin- und Rücksendungen der Waren sind dem Händler zusätzliche Kosten entstanden, welche er von Amazon eigentlich erstattet bekommen sollte. Wie er selber schreibt, wurde ihm eine Gutschrift zwar versprochen, allerdings erst rund sechs Monate später tatsächlich überwiesen, und das mit einem Skontoabzug. Auf zwischenzeitliche Nachfrage, wo die versprochene Gutschrift bleibt, soll Amazon zwei Mal behauptet haben, diese bereits überwiesen zu haben. Schließlich sei das Geld nach Angaben des Händlers tatsächlich erst nach einem haben Jahr eingetroffen.

Vertragskündigung – Ein Schrecken ohne Ende

Nachdem es Unregelmäßigkeiten bei der Warenabrechung gab (die Anzahl der bereits getätigten Verkäufe des Online-Händlers hatten sich nach eigenen Angaben innerhalb weniger Tage reduziert) entschloss sich der Nutzer zur Kündigung des Vendor-Kontos und dabei für die Option, dass Amazon die bereits erhaltene Ware zurückschicken solle.

Nachdem der Händler mehrere Wochen später nur einen Teil der Produkte erhalten hat, wurde ihm auf Nachfrage mitgeteilt, dass der Rest „versehentlich in die Regale eines anderen Lieferanten einsortiert“ wurden. In einer E-Mail vom Amazon-Kundenservice wurde dem Händler anschließend der Vorschlag unterbreitet, die Rücksendung der Ware direkt bei eben jenem Lieferanten anzuordnen. Diese Lösung war für den betroffenen Händler allerdings „inakzeptabel“ und so wurde das Problem über mehrere Monate hinweg von Amazon verschleppt, ohne dass der Händler seine Ware zurückbekommen hat, so der Vorwurf. Schließlich wurde der Fall vom Online-Riesen als „gelöst" geschlossen, ohne jedoch die Produkte zurückgeschickt zu haben.

Wie der Händler selber schreibt, fehlen ihm auch ein halbes Jahr nach der Kündigung noch immer „mehrere hundert Euro“ von Amazon.

 

 

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#6 Müller 2020-08-04 09:33
Amazon Vendor macht einen krank.
Wir verkaufen seit ca. 1 Jahr Kosmetik über Amazon Vendor.
Am Anfang hat sich das noch gut angehört. Eine Schulung in München, ein Ansprechpartner in München, der sich sogar proaktiv gekümmert hat. Als das Sortiment eingerichtet war, fing der Wahnsinn an.
Plötzlich keine Antwort mehr vom Ansprechpartner in Deutschland.
Minimale Waren-Mengen müssen in tschechische oder polnische Lager geschickt werden - natürlich auf eigene Kosten.
Wir schicken jede Bestellung am selben Tag in perfektem Zusand los - trotzdem bei jeder 2. Bestellung die Rückmeldung von Amazon, dass Ware fehlt oder defekt ist, oder gar nicht angekommen ist. Ohne irgend einen Beleg dafür.
Und dadurch willkürliche und nicht nachvollziehbar e Abzüge bei den Zahlungen.
Das Schlimmste ist, dass man keinerlei Handhabe hat.
Man hat natürlich keinen Ansprechpartner mehr. Man muss einen Case öffnen, der immer und ausschließlich im Sande verläuft. Es kommt eine unverständliche Standardantwort zurück, halb indisch, halb deutsch, wahrscheinlich automatisch generiert.
Man hat keine Chance, an einem Fall dran zu bleiben und irgendwie am Ende zu lösen.
Amazon ist eine kranke und krankmachende sich selbst ernährende Fressmaschine.
Wir werden jetzt kündigen und hoffen, dass der Schrecken schnell ein Ende hat.
#5 kurt 2019-07-22 10:03
ich kann nur vor der Vendor Central warnen! man kommt zwar leicht rein, aber nur sehr, sehr schwer wieder raus - und... man verkauft sich komplett an Amazon... lieber Seller-Central, WENN es unbedingt Amazon sein muss...
#4 Vendor Händler 2019-05-23 11:37
Wir beliefern Amazon. Immer wieder verschwindet Ware, die aber nachweislich verpackt und mit Paketdienst zugestellt wurde. Das komische dabei, einige Waren die mit in dem Paket verpackt sind, werden eingebucht als erhalten und dann fehlen aber oft ganze Positionen eines anderen Artikels oder einzelne Artikel. Ich bin der Meinung, dass dies System hat bei Amazon. Wenn das bei anderen Händlern auch so läuft, werden hier Millionenwerte kostenlos von Amazon vereinnahmt! Denn der Aufwand ist enorm einen fehlenden Artikel von Amazon nachträglich bezahlt zu bekommen. Amazon storniert immer gleich nach Ablauf der Lieferfrist die Artikel, die angeblich nicht geliefert wurden und somit bekommt man als Händler kein Geld, wenn man NICHT aktiv wird. Man muss einen Fall eröffnen, dann prüft Amazon oft mit der Antwort die Ware sei nicht auffindbar und man solle nach Ablauf einer weiteren 90 Tage Frist erneut prüfen, ob die Ware immernoch verschwunden ist! Dann soll man wieder einen Fall eröffnen und eine Rechnung einreichen. Dann wird wieder massiv mit Amazon hin und her geschrieben bis oftmals nach 6-18 Monaten endlich die Rechnung ausgeglichen wird. In letzter Zeit fordert Amazon aber einen gültigen Abliefernachwei s mit Amazon-Stempel und verknüpft mit ASN, Tracking-ID oder Rechnungsnummer . Sowas bekommt man aber nicht vom Paketdienst! Es ist so eine Sauerei was hier abläuft. Wir können Amazon Vendor NICHT mehr empfehlen.
#3 Mörk 2018-12-27 15:32
Ich habe selbst für Amazon gearbeitet. Amazon ist zu groß um sich täglich mit jedem Lieferanten auseinander zu setzen. Klar geht es hier um Geld und Zeitverschwendu ng mit der Sendung die nicht angenommen wurde, aber warum wurde nicht auf den Vorschlag eingegangen, sich mit dem Händler wegen der Fehlsortierung in Verbindung zu setzen?! Amazon bietet Lösungen an, die aber auch von Händlern weiter ausgeführt werden müssen. Ob das richtig oder falsch ist, sei dahin gestellt, aber es wird hier oft zu "deutsch" gedacht. Das Motto "see it, own it" würde es deutlich einfacher machen. Einfach Mal über den Tellerrand schauen und nicht wie alle stupide das selbe tun.
#2 Anton 2018-06-11 17:16
@matze, aber das kann es doch auch nicht sein, dass sich Amazon benehmen kann wie im Mittelalter. Marktmacht hin oder her. Genau wie das Vernichten neuer Ware. Auch wennd er Betroffene sein Geld abschreibt, darf der das A... nicht machen, was es will. Die Bundesanwaltkam mer neint auch, dass Inkasso-beträge unterhalb 3000 Euro Peanuts wären. Wenn ein kleines Unternehmen 5 x solch einen Peanuts abschreiben soll, kann es auch Pleitegehen.
#1 matze 2018-05-03 13:16
Warum wundert das nur niemanden ?
ach ja, es ist Amazon.... habt Mitleid mit dem Riesen, es ist schwer, ein Ri4esenreich zu verwalten, das wußten schon die alten Römer....
Ein Narr,der Narrenfreiheit nicht akzeptiert...
Schreib es ab und kümmere Dich um wichtige Dinge im Leben, so wie zum Beispiel ... hmmm.mir fällt dagrad nix ein...



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