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In der Coronakrise wichtige Produkte werden von Amazon jetzt bevorzugt behandelt – bei anderen Bestellungen müssen Amazon-Kunden daher bis zu vier Wochen auf ihre Bestellung warten.

Amazon Pakete
Frederic Legrand - COMEO / shutterstock.com

In den USA und Großbritannien nimmt Amazon in seinen Logistiklagern bestimmte Produkte nicht mehr an, die in Zeiten der Coronakrise nicht lebensnotwendig oder weniger gefragt sind, auch Frankreich und das von der Krise besonders betroffene Italien sind gerade nachgezogen. Derzeit sind vor allem Hygieneprodukte, medizinische Artikel und andere Waren des täglichen Bedarfs wichtig, dafür will der Online-Riese seine Lager und Kapazitäten freihalten. 

Darum kann Amazon sein Lieferversprechen nicht halten

Das heißt in der Folge: Auf andere Bestellungen müssen Amazon-Kunden deutlich länger warten als gewohnt. In den USA werden bei Bestellungen von Kunden, wie etwa Computerkabel, bereits Lieferzeiten von bis zu vier Wochen angezeigt, berichtet vox. Dabei ist es egal, ob die Kunden eine Prime-Mitgliedschaft haben oder „normale“ Besteller sind. „Um unseren Kunden in Not zu helfen und gleichzeitig die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten, haben wir unsere Logistik, den Transport, die Lieferkette, den Einkauf und die Prozesse für Drittverkäufer so geändert, dass wir der Lagerung und Lieferung von Artikeln, die für unsere Kunden eine höhere Priorität haben, Vorrang einräumen“, erklärte ein Amazon-Sprecher. „Dies hat dazu geführt, dass einige unserer Lieferversprechen länger als üblich sind.“

Corona Amazon Tweet
https://twitter.com/ThisIsBing007/status/1240076173335560192

Auch in Deutschland erste Verzögerungen wegen Corona

Auch in Deutschland zeigen sich bei dem hiesigen Amazon-Marktplatz schon erste Verzögerungen für bestimmte Produkte, hat t3n in einem Schnelltest herausgefunden. Diese seien aber noch Ausnahmen. Die Lieferung von Büchern würde demnach unüblicherweise bis zu einer Woche dauern, bei Gitarrensaiten könne es bereits bis zu vier Wochen dauern, heißt es – selbst wenn das Produkt zu „Amazon’s Choice“ zählt, dessen Produkte ansonsten besonders schnell geliefert werden sollen.

„Dies muss die größte Störung für die Geschäftstätigkeit von Amazon sein, seit sie begonnen hat“, sagt Joe Kaziukenas, CEO des E-Commerce-Forschungsunternehmens Marketplace Pulse. „Und leider wird es große Auswirkungen auf die Verkäufer und letztlich auch auf die Kunden haben.“

/ Geschrieben von Markus Gärtner


Kommentare

#8 Ronny 2020-04-01 16:38
Wie wird durch die Priorisierung der Artikel denn die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet? Das sollte der "Amazon-Spreche r' mal erläutern!
#7 Hans-Georg Stoll 2020-04-01 03:22
Ein PC-Netzteil am 30.03.2020 bestellt, Lieferzeit laut letzter Mail vom Montag über 4 Wochen. Voraussichtlich er Liefertermin: 04.05.2020. Bestellung inzwischen storniert.
#6 Reinhard 2020-03-26 11:54
Die Information scheint nicht korrekt zu sein. Ich habe eine Bestellung mit Nahrungsergänzu ngsmitteln, Kleidung, Grüntees und Nasenfilter. Bestellt per Premiumversand. Alle Artikel haben 1-5 Wochen Lieferzeit. Bei Normalversand 2-6 Wochen. Ein Elektronikartik el 6-7 Wochen. Bitte Angaben im Artikel korrigieren.

Konsequenz: Zur Zeit lohnt es sich nicht Online beim Amazon zu bestellen. Ich werde prüfen, ob es über Einzelhändler direkt (soweit möglich) schneller geht (dort stehen meistens Angaben von ca. 3 Tagen bis Versand (natürlich nur wenn vorrätig lt. Shopangaben). Leider erzeugt das wesentlich mehr Verpackungsmüll und könnte je nach Artikel die Versandkosten enorm erhöhen.
#5 Dagmar 2020-03-26 10:21
Bücher dauern trotz sofortiger Verfügbarkeit bei Amazon Deutschland inzwischen 1 Woche mit Prime, 4 Wochen ohne Prime. Da soll man daheim bleiben, kommt aber nicht an Bücher, um sich die Zeit zu vertreiben - und nein, E-Books sind für mich keine Alternative. Was Bücher angeht bin ich nun auf die Buchhandlung im benachbarten Berlin ausgewichen, da Buchläden in Berlin glücklicherweis e als essentiell gelten und offen bleiben dürfen.
#4 Michael 2020-03-25 14:06
Amazon hat inzwischen reagiert und die Lagergebühren für FBA ausgesetzt. Das ist allerdings nur Schadensbegrenz ung da kein Händler ohne Verkauf existieren kann.
#3 Tanja Hammer 2020-03-25 08:22
Das sind bei weitem keine Ausnahmen. Auch hier werden zb waren aus dem Bereich Bekleidung bis 5.April nicht mehr angenommen. Alle unsere fast 1000 Produkte sind erst Ende April lieferbar. Die Händler, die FBA nutzen, kommen außerdem nicht mehr an ihre Ware, weil es auch bei Remissionen zu Verzögerungen kommt, wie Amazon gestern informiert hat.
#2 Ralf 2020-03-24 15:34
Für die Kunden hat dies doch nur eine geringe Auswirkung. Der überwiegende Teil der Produkte ist auch außerhalb von AMAZON erhältlich und im Schnitt bis zu 17% günstiger.
Für die Händler die Ihrer Artikel bei AMAZON lagern und alles über FBA versenden lassen, da wird es sehr eng werden.,
da die Artikel bei einer Remission mindestens genau so lange benötigen bis sie wieder im eigenen Lager sind.
Ich wünsche uns allen viel Glück, dass wir die Zeit überstehen und vielleicht gibt es nun auch die Chance, dass die Kunden umdenken und AMAZON nicht mehr als alleinigen Heilsbringer sehen.
#1 Michael 2020-03-24 14:40
Die Information betreffend Amazon-Händler ist hier wie in allen aktuellen Blogs ungenau, weil Amazon keine verlässlichen Informationen herausgibt. Händler, die mit FBA versenden sind massiv betroffen. Das entspricht teils einem kompletten Shutdown.

Offenbar führt eine Kombination aus Kategorie (z.B. Kleidung) und Lagerort (z.B. Polen) dazu, dass diese Prime-Artikel mit 4 Wochen Lieferzeit dargestellt werden. Kein Kunde würde so etwas kaufen.

Amazon tennt sich damit im Moment indirekt von den FBA-Händlern. Das ist eine grundlegende Veränderung des Amazon-Geschäft skonzeptes, da in den USA 95% aller Händler mit FBA arbeiten. Diese Vorgehensweise ist unter den gegebenen Umständen einerseits verständlich - andererseits aber ein schwerer Vertrauensbruch gegenüber den Händlern.

Versetzen Sie sich einmal in die Lage von Händlern deren gesamter Warenbestand beschlagnahmt wird, denn darauf läuft es hinaus. Es ist realistisch betrachtet wohl keine Rücksendung der eigenen Ware aus den betroffenen Lagern möglich und auch kein Verkauf. Man kann die Warenbestände bestenfalls entsorgen lassen damit nicht noch zusätzliche Lagergebühren auflaufen.



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